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Von Gaddafi als Islamist eingekerkert

Abdelhakim Abulhadsch, der zurzeit wichtigste militärische Führer der libyschen Rebellen, erscheint nicht allen als idealistischer Kämpfer für Demokratie und Menschenrechte. Vielmehr sehen manche im „Befreier von Tripolis“ einen islamistischen Kämpfer wenn nicht sogar einen Terroristen.

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Die arabische Zeitung „Al-Schark al-Awsat“ veröffentlichte kürzlich auf ihrer englischsprachigen Website eine Kurzbiografie von Abulhadsch. Der nunmehrige Chef des für Tripolis zuständigen Militärrates der Rebellen war demnach etwa früher „Emir“ (Befehlshaber) der „Libyschen Islamischen Kampfgruppe“ (LIFG), die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf die Liste internationaler Terrororganisationen gesetzt wurde.

Schon in den 80ern im Afghanistan-Krieg

Die LIFG war in den 1990er Jahren von libyschen Mudschahedin gegründet worden, die aus Afghanistan zurückgekehrt waren. Die Gruppe soll früher von Abu Laith al-Libi kommandiert worden sein, einem hochrangigen Al-Kaida-Führer in Afghanistan. Er soll ein Trainingslager für Terroristen geleitet haben und ein wichtiges Bindeglied zwischen Al-Kaida und den Taliban gewesen sein. Libi wurde 2008 durch eine US-Drohne getötet.

Abulhadsch wurde 1966 geboren und erwarb einen Universitätsabschluss als Ingenieur. Er soll zwei Frauen haben, angeblich eine aus Marokko und eine aus dem Sudan. Er ging 1988 nach Afghanistan, um gegen die sowjetischen Truppen zu kämpfen. Danach soll er in verschiedenen islamischen Ländern wie Pakistan, der Türkei und dem Sudan gelebt haben.

Islamisten nun im Aufwind?

Abulhadsch wurde 2004 in Afghanistan und in Malaysia festgenommen. In Thailand wurde er von der CIA verhört und danach nach Libyen abgeschoben. 2008 wurde er in Libyen aus dem Gefängnis entlassen, im Jahr darauf schwor er öffentlich der Gewalt ab. In islamistischen Kreisen ist er als „Abu Abdullah Assadak“ bekannt. Während des Aufstandes in Libyen wandelte er sich zum „Revolutionshelden“.

Laut „Al-Schark al-Awsat“ spielte die LIFG eine Schlüsselrolle beim Sturz des Gaddafi-Regimes. Etwa 800 Mitglieder der Gruppe sollen sich aufseiten der Rebellen unter Führung von Abulhadsch an den Kämpfen beteiligt haben. In den beiden vergangenen Jahrzehnten waren islamistische Bewegungen in Libyen massiv unterdrückt worden. 1995 wurde eine LIFG-Rebellion in Bengasi niedergeschlagen, 1.800 LIFG-Mitglieder wurden eingekerkert.

Seit dem Frühjahr an der Seite der Rebellen

Erst nachdem sie ihrer bisherigen Ideologie abgeschworen hatten, wurden die Kämpfer 2008 aus dem Gefängnis entlassen. Im September 2009 veröffentlichte die LIFG einen neuen „Leitfaden“ für den „Dschihad“. Aus über zwei Jahre dauernden Diskussionen zwischen inhaftierten LIFG-Führern und Vertretern des Regimes, darunter Saif al-Islam al-Gaddafi, ging ein 417 Seiten starkes Dokument mit dem Titel „Korrektive Studien“ hervor.

Im März 2010 entließ das Gaddafi-Regime zehn LIFG-Führer zusammen mit 214 weiteren Islamisten. Abulhadsch galt zur dieser Zeit als „Emir“ der LIFG. Ein Jahr später erklärte die LIFG, dass sie sich dem libyschen Übergangsrat unterstelle. Zudem änderte die Gruppe ihren Namen in „Libysche Islamische Bewegung“.

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