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Dow Jones auf Allzeithoch

Der große Börsencrash ist nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl ausgeblieben. Ganz im Gegenteil: Nach kurzfristigen Turbulenzen verzeichneten Aktienmärkte rund um den Globus entgegen aller Prognosen Gewinne. Der US-Aktienindex Dow Jones etwa kletterte am Donnerstag bei Handelsbeginn auf ein neues Rekordhoch.

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Der Index stieg in den ersten Handelsminuten um 0,53 Prozent auf 18.687,86 Punkte. Unter anderem wird erwartet, dass Trump mit einer unternehmensfreundlichen Steuerpolitik sowie mit Konjunkturpaketen die Wirtschaft ankurbelt.

In Europa drehten die meisten Börsen am Freitag allerdings wieder in die Verlustzone, nachdem sie sich nach dem Wahlsieg Trumps überraschend stark entwickelt hatten. Der 50 führende Unternehmen der Euro-Zone umfassende Euro-Stoxx-50 fiel etwa 5,25 Einheiten auf 3.041,34 Punkte.

Höhere Militärausgaben angekündigt

„Im Moment sind die Märkte nur fokussiert auf die Aussicht auf geringere Steuern, Konjunkturprogramme und weniger Regulierung“, begründet Marktanalyst Craig Erlam von der Handelsplattform Oanda das Rekordhoch des Dow Jones.

Vor allem Firmen aus der Rüstungs-, Bau- und Bankenbranche sind derzeit gefragt. Trump versprach Banken im Wahlkampf weniger Regulierung, Unternehmen geringere Steuern und öffentlichen Stellen mehr Infrastrukturprojekte. Der designierte US-Präsident plant zudem höhere Militärausgaben und will unter anderem die Verbündeten an den Kosten für die Präsenz von US-Truppen zur Kasse bitten.

Trumps Siegesrede positives Signal für Märkte

Genährt werde der Optimismus an den Börsen auch von Trumps Siegesrede, sagte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda: „Er hat sich mehr auf Einigkeit und die Notwendigkeit von Investitionen zur Ankurbelung der Konjunktur konzentriert. Kombiniert mit seinen Plänen zu Deregulierung und Steuersenkungen ist das alles sehr marktfreundlich.“

Am Rohstoffmarkt wetteten Anleger weiter auf einen Schub für die Weltwirtschaft durch neue US-Konjunkturprogramme. Der Kupferpreis stieg am Freitag um bis zu 7,6 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 6.025,50 Dollar je Tonne. Mit einem Kursplus von insgesamt rund 20 Prozent steuert das für Stromkabel und Wasserrohre verwendete Industriemetall auf den größten Wochengewinn seit 1980 zu. In China schloss der Terminkontrakt auf Eisenerz auf einem Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 614,50 Yuan (90 Dollar) je Tonne.

Einstellung zum Silicon Valley „nicht gerade gut“

Allerdings hatte Trump sich auch gegen den freien Handel ausgesprochen, was den Interessen vieler Firmen zuwiderläuft. Google, Apple, Facebook und Amazon verloren am Freitag zunächst jeweils knapp ein Prozent. Händlern zufolge wird die Tech-Branche eher nicht vom erwarteten Konjunkturprogramm des Republikaners profitieren.

„Die NASDAQ kommt unter Druck, weil Trumps Einstellung zum Silicon Valley nicht gerade gut ist“, sagte Peter Cardillo, Marktstratege beim Broker First Standard Financial. Grundsätzlich würden Anleger ihre Bestände weiterhin so umschichten, dass sie in den Branchen investiert seien, die mutmaßlich am meisten vor Trumps Politik profitieren.

Keine Erholung für Peso

Der Peso steht hingegen weiter unter Druck. Die mexikanische Währung reagiert sensibel auf die US-Wahl, weil Trump unter anderem Strafzölle auf mexikanische Waren gefordert hat. Marktbeobachter befürchten nach dem Sieg Trumps zudem eine Verschlechterung der Beziehung zwischen den USA und Mexiko. Der Peso fiel am Mittwoch, dem Tag nach der Wahl Trumps, gegenüber dem Dollar auf ein historisches Tief, die Börse öffnete im Minus. Wirtschaftsexperte Jonathan Heath vermutet, dass die Talfahrt zuerst einmal anhalten wird: „Wir befinden uns in einem Schockzustand, und die Märkte spiegeln das wider.“

Pause für TTIP?

Mit Trumps Wahl sinken unterdessen auch die Chancen, dass aus dem umstrittenen TTIP-Abkommen noch etwas wird. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström erwartet eine Unterbrechung der TTIP-Freihandelsgespräche. „Es gibt gute Gründe zu glauben, dass es eine Pause bei TTIP geben wird, dass das hier nicht die größte Priorität für die neue Regierung sein dürfte“, sagte sie Freitagfrüh in Brüssel.

Malmström plädierte dafür, dass beide Seiten auf „technischer Ebene“ in Kontakt bleiben sollten. Zur Frage, ob es weitere Verhandlungsrunden geben werde, sagte sie hingegen: „Wahrscheinlich nicht.“ Bei bisher 15 offiziellen Gesprächsrunden, die wechselweise in Europa und den USA stattfinden, haben beide Seiten versucht, sich in der konkreten Formulierung des Abkommens näherzukommen.

Die EU und die USA verhandeln seit 2013 über eine „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ (TTIP). Mit rund 40 Prozent des Welthandels würde damit der bedeutendste Wirtschaftsraum der Welt entstehen. TTIP geht über Zollfragen hinaus und berührt auch Normen für Gesundheits- und Arbeitsschutz und Fragen der Konfliktregelung; das Projekt ist beiderseits des Atlantiks umstritten.

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