Offenbar erster Einsatz in den USA
Der mutmaßliche Heckenschütze von Dallas (Texas) ist von der Polizei durch einen mit Sprengstoff ausgerüsteten Roboter getötet worden. Es ist ein Detail, das am Rande des Entsetzens über den Anschlag für viel Aufsehen sorgt. Denn offenbar war es das erste Mal, dass die US-Polizei einen Roboter auf diese Art einsetzte.
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Die Polizei hatte den mutmaßlichen Täter stundenlang in einer Parkgarage umzingelt. Es kam zu Schusswechseln. Schließlich hätten die Einsatzkräfte „keine andere Option“ gesehen, als ihren „Bombenroboter“ einzusetzen, um weitere Gefahr für das Leben der Beamten abzuwenden, sagte der örtliche Polizeichef David Brown.
Details zu dem ferngesteuerten Roboter nannte die Polizei nicht. Nach Angaben des Waffenexperten Peter Singer handelte es sich um den ersten Robotereinsatz dieser Art durch die US-Polizei. Die US-Streitkräfte im Irak hätten dagegen bereits einen Sprengstoffroboter namens „Marcrobot“ eingesetzt.
Entwicklung schreitet voran
Unklar ist auch, ob der in Dallas verwendete Roboter von vornherein für tödliche Einsätze dieser Art entworfen wurde. Matt Blaze, ein Informatikprofessor an der University of Pennsylvania, schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, wahrscheinlich sei der Roboter „provisorisch“ für die Tötung des mutmaßlichen Attentäters ausgerüstet worden.
Unabhängig davon, welche Art von tödlichem Gerät in Dallas eingesetzt wurde, ist davon auszugehen, dass der Einsatz von Robotern durch Polizei und Armee in gefährlichen Missionen zunehmen wird. Nicht nur in den USA wird an der Entwicklung solcher Roboter gearbeitet.
Auch China entwickelt Kampfroboter
So soll ein von der chinesischen Universität für nationale Verteidigung entwickelter Roboter namens „AnBot“ eine „wichtige Rolle bei der Verstärkung der Maßnahmen gegen Terrorismus und Unruhen spielen“, wie es auf der Website der Universität heißt.
„AnBot“ sei speziell für Polizeipatrouillen entworfen worden, schreiben die Experten Singer und Jeffrey Lin im Magazin „Popular Science“. Der Roboter ist mit einer ferngelenkten Waffe ausgestattet, wahrscheinlich einem Elektroschocker.
Sorge bei Menschenrechtlern
Ein anderer Roboter, der in den USA an der Florida International University für Polizeipatrouillen entwickelt wird, wirkt dagegen vergleichsweise harmlos, zumindest auf den ersten Blick. Der Roboter, der dem „RoboCop“ aus den Filmen ähnlich sehen soll, soll einem Forschungspapier zufolge zwar so „einschüchternd und Respekt gebietend“ wirken können, dass die Bürger seinen Anweisungen gehorchen. Doch soll er insgesamt „freundlich“ aussehen, damit sich „Bürger jedes Alters“ trauen, ihn anzusprechen.
Menschenrechtler sind allerdings wegen der fortschreitenden Entwicklung von Robotern für den Polizeieinsatz besorgt. Waffen für solche Roboter könnten nicht so vorprogrammiert werden, dass sie auf „alle Szenarien des Polizeieinsatzes“ vorbereitet seien, heißt es in einem gemeinsamen Bericht der Organisation Human Rights Watch und der Harvard-Rechtsfakultät. Und die Roboter verfügten nicht über „menschliche Eigenschaften wie Urteilsvermögen und Empathie, die der Polizei helfen, gesetzeswidrige Tötungen in unvorhersehbaren Situationen zu vermeiden“.
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