Chancen für Enthüllungsdrama steigen
Einen Monat vor der Oscar-Gala gewinnt Thomas McCarthys Enthüllungsdrama „Spotlight“ an Zugkraft: Am Samstag (Ortszeit) wurde der Film bei der Vergabe der SAG-Awards vom US-Schauspielerverband für sein Ensemble aus unter anderen Michael Keaton, Mark Ruffalo und Rachel McAdams ausgezeichnet und stach damit „The Big Short“, laut Experten der aktuell heißeste Anwärter auf den Oscar für den „besten Film“, aus.
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Der Screen Actors Guild Award für das „Beste Ensemble“ ist das Äquivalent zur Oscar-Königskategorie „Bester Film“. Knapp die Hälfte der bisherigen SAG-Gewinner erhielten später auch den begehrten Oscar, wie US-Branchenblätter hervorheben. Das Rennen scheint damit spannender, gewann die Wall-Street-Komödie „The Big Short“ mit unter anderen Steve Carell und Christian Bale doch bisher bereits den Hauptpreis des Produzentenverbands und „Spotlight“ die Auszeichnung der US-Filmkritiker.
DiCaprio kommt Trophäe immer näher
Laut Brancheninsidern geradezu garantiert scheint mittlerweile der Oscar für Leonardo DiCaprio (41), der nach dem Golden Globe nun auch den Screen Actors Guild Award als bester Hauptdarsteller für das Überlebensdrama „The Revenant“ erhielt. Ihre Favoritenrolle festigte auch die 26-jährige Brie Larson, die für ihre Darstellung eines Entführungsopfers im Independent-Drama „Raum“ als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Im vorigen Jahr holten Julianne Moore („Still Alice“) und Eddie Redmayne („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) die SAG-Toppreise und gewannen später auch bei den Oscars.
Die schwedische Schauspielerin Alicia Vikander (27) holte mit ihrer Nebenrolle in dem Transsexuellendrama „The Danish Girl“ indes ihre erste SAG-Trophäe. Der Brite Idris Elba (43), der in der Netflix-Produktion „Beasts of No Nation“ einen brutalen Rebellenführer spielt, wurde als bester männlicher Nebendarsteller ausgezeichnet. Der schwarze Star nahm auch eine zweite Trophäe entgegen, für seine Rolle als Detektiv in der BBC-Serie „Luther“.
„Willkommen zum Diversitätsfernsehen“, scherzte Elba auf der Bühne, ist der Brite doch einer von gleich mehreren schwarzen Schauspielern, die inmitten der Diskussion über die Nominierung ausschließlich weißer Schauspieler für die diesjährigen Oscars bei den SAG-Awards in Los Angeles ausgezeichnet wurden. Uzo Aduba wurde für ihre Rolle in der Netflix-Gefängniskomödie „Orange is the New Black“ geehrt, Viola Davis für die Dramaserie „How To Get Away With Murder“ und Queen Latifah für ihre Darstellung der Blues-Sängerin Bessie Smith im Fernsehfilm „Bessie“.
Heuer erhöhte Aufmerksamkeit
Die 22. Verleihung der Screen Actors Guild Awards, die als wichtiges Barometer für die am 28. Februar vergebenen Oscars gelten, wurde dieses Jahr mit besonderer Aufmerksamkeit darauf, wie viele schwarze Darsteller ausgezeichnet werden, verfolgt. „Schaut euch diese Bühne an, das ist, wovon wir sprechen, wenn wir von Diversität sprechen - verschiedene Rassen, Farben, Religionen, sexuelle Orientierungen“, sagte die Schauspielerin Laura Prepon.
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