Obama: „Ihr seid als Nächste dran“
Die USA haben nach den Worten von US-Präsident Barack Obama beim Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) verstärkt die Führung der Terrormiliz im Visier. „IS-Anführer können sich nicht verstecken, und unsere Botschaft ist einfach: Du bist als Nächster dran“, sagte Obama am Montag bei einem Auftritt im US-Verteidigungsministerium in Washington.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Obama nannte konkret acht Mitglieder der IS-Führung, die bereits in diesem Jahr beim Einsatz gegen die Terrormiliz ums Leben gekommen seien. Darunter seien unter anderen die Nummer zwei der IS-Führung, der Kopf der IS-Führung in Libyen sowie führende Kräfte der Finanzverwaltung der Miliz. Auch der durch IS-Videos bekanntgewordene berüchtigte Mörder „Dschihadi John“ war darunter. Der US-Präsident war zusammen mit dem Nationalen Sicherheitsrat ins Pentagon gekommen, um die Einschätzung von Militärexperten zum Fortschritt des Einsatzes gegen den IS zu hören.
Knapp 9.000 Angriffe unter US-Patronanz
Seit Beginn des Krieges hätten die USA und Verbündete fast 9.000 Angriffe geflogen, im Irak habe die Terrormiliz rund 40 Prozent der einst von ihr kontrollierten bevölkerten Gebiete verloren. In letzter Zeit habe man zunehmend Öltankwagen und die Ölinfrastruktur des IS ins Visier genommen.
Neben Operationen aus der Luft mit Kampfflugzeugen, Bombern und Drohnen hat Obama nach Angaben des Weißen Hauses auch den Einsatz von Spezialeinheiten bewilligt. Diese spielten bei diesem Kampf eine wichtige Rolle, sagte Obama am Montag. Obama habe damit bestätigt, dass die Arbeit der Spezialkräfte innerhalb Syriens begonnen habe, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest. „Die Intensivierung unserer Anstrengungen innerhalb Syriens (...) hat angefangen.“
Erstarken in Libyen
In Libyen rückt der IS nach französischen Angaben unterdessen in Richtung wichtiger Ölfelder vor. Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte am Montag dem Radiosender RTL, bisher sei der IS in Sirte an der Mittelmeer-Küste angesiedelt, wo er ein Territorium mit einem Ausmaß von 250 Kilometern kontrolliere. „Aber sie fangen an, ins Landesinnere vorzudringen, und versuchen, sich Zugang zu Ölquellen und Ölreserven zu verschaffen“, so Le Drian. Frankreich warnt seit einigen Wochen vor einem Erstarken des IS in Libyen und flog vergangene Woche Aufklärungsflüge über dem Land.
Die internationale Gemeinschaft ist derzeit bemüht, die zahllosen rivalisierenden Parteien in dem von Chaos und Gewalt zerrütteten Land zu einem Waffenstillstand und einer Regierung der nationalen Einheit zu drängen. Am Mittwoch soll ein unter UNO-Vermittlung ausgehandeltes Friedensabkommen unterzeichnet werden. Libyen versinkt seit dem Sturz des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 im Chaos. Das Land wird beherrscht von Dutzenden bewaffneten Milizen, es gibt zwei rivalisierende Parlamente und Regierungen.
Links: