Endphase des Wahlkampfs in Polen
Auf neue Argumente haben die polnischen Fernsehzuschauer bei der ersten großen Fernsehdebatte vor der Parlamentswahl am Sonntag vergebens gehofft. Das Duell der Spitzenkandidatinnen am Montagabend wirkte eher farblos.
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Wenige Tage vor der Wahl in Polen haben einander die liberalkonservative Regierungschefin Ewa Kopacz Bürgerplattform (Platforma Obywatelska, PO) und ihre nationalkonservative Herausforderin Beata Szydlo (Recht und Gerechtigkeit (PiS)) bei einer Fernsehdebatte erstmals einen direkten Schlagabtausch geliefert. Zu Beginn betonten beide Politikerinnen, sie wollten berufliche Möglichkeiten für junge Menschen und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes in den Vordergrund ihrer Regierungspolitik stellen.
Parteipositionen statt konkrete Antworten
Während Kopacz am Montagabend von einer starken Wirtschaft und höheren Einkommen sprach, sagte Szydlo, derzeit gebe es für junge Menschen in Polen keine ausreichenden Perspektiven - eine der Folgen sei die Emigration Hunderttausender nach Westeuropa. Außerdem ging es um die Bereiche Außen- und Sicherheitspolitik sowie die Gestaltung des polnischen Staates.
Neue Argumente oder eine echte Konfrontation blieben aus: Beide Politikerinnen antworteten nur teilweise auf die Fragen eines Journalistentrios. Stattdessen trugen sie Parteipositionen vor, die vor allem an die eigenen Anhänger und weniger an noch unentschlossene Wähler gerichtet schienen.
Beobachter sehen Szydlo in Debatte vorn
Kommentatoren sahen in der Debatte einen leichten Punktegewinn für Szydlo, die souveräner wirkte als die Regierungschefin. Kopacz gab sich zwar vor allem im zweiten Teil der Debatte zunehmend angriffslustig, machte aber auch stellenweise einen nervösen Eindruck. Rund 30 Millionen Stimmberechtigte sind am Sonntag zur Parlamentswahl aufgerufen. Umfragen sehen Szydlos nationalkonservative PiS vor der regierenden PO von Kopacz.
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