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„Gesetzliche Verpflichtung zur Unterbringung“

Die Quartiermisere für Asylwerber in Österreich lässt die Diakonie nach einer Öffnung der Kasernen rufen: „Denn es besteht eine gesetzliche Verpflichtung zur Unterbringung“, so Diakonie-Direktor Michael Chalupka angesichts des am Montag bekanntgewordenen Infopapiers für Flüchtlinge, wonach sie selbst für eine Meldeadresse sorgen müssen.

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Für die Diakonie ist spätestens jetzt die Situation für neu ankommende Flüchtlinge untragbar geworden. Denn mittlerweile seien auch in den Notunterkünften alle Schlafplätze vergeben, und die Polizei müsse dazu übergehen, die asylsuchenden Menschen zwar zu registrieren, dann aber wegzuschicken.

Caritas fordert mehr Integrationsmaßnahmen

Mit der Obdachlosigkeit gehe außerdem einher, dass die Menschen, die oft krank und großteils von der Flucht vollkommen ausgelaugt seien, auch keine Krankenversicherung hätten, betonte Chalupka. Caritas fordert mehr Integrationsmaßnahmen. Caritas-Präsident Michael Landau pochte auf einen Ausbau der Integrationsmaßnahmen angesichts der Flüchtlingsbewegungen der letzten Monate.

„Wenn die Quartierkrise von heute nicht zu einer Integrationskrise von morgen werden soll, werden wir schon bald so etwas wie eine doppelte Integration benötigen“, so Landau gegenüber dem erzbischöflichen Pressedienst Kathpress. Er denke hier vor allem an Maßnahmen im Bildungs- und Arbeitsbereich und an Unterstützung bei der Wohnungssuche.

Konrad: Kein Anlass, Angst zu haben

Christian Konrad, ab 1. Oktober Flüchtlingskoordinator des Bundes, glaubt nicht, dass das am Donnerstag in Kraft tretende Durchgriffsrecht des Bundes für die Bereitstellung von Flüchtlingsquartieren eine große Rolle spielen werde. „Der gordische Knoten löst sich von selbst“, sagte er am Rande eines informellen Treffens der Landesflüchtlingsreferenten am Dienstag in Salzburg.

„Sind flexibel und innovativ genug“

„Angesichts der Situation verstehen die Verantwortlichen, dass sie handeln müssen. Die Länder werden ihrer Verpflichtung nachkommen.“ Österreich sei nicht von vornherein auf den Ansturm gerüstet gewesen. „Aber wir sind flexibel und innovativ genug, die Menschen aufzunehmen.“ Die rund 53.000 Asylanträge seit Jahresbeginn seien nicht einmal ein Fußballstation voll. „Das ist kein Anlass, Angst zuhaben.“

Wer persönlich in Kontakt mit Flüchtlingen stehe, finde rasch Sympathien und Anknüpfungspunkte. „Die, die weit weg sind, reden über das Problem wie Blinde von der Farbe.“ Man müsse den Nutzen von Zuwanderern erkennen. „Das hat bis jetzt jedem Land gutgetan.“ Eine klare Vorgehensweise empfahl Konrad für Wirtschaftsflüchtlinge. „Natürlich gibt es auch Trittbrettfahrer. Die müssen wir eben aussortieren.“

Bericht über Lagerhallenanmietung

Laut einem Bericht in der Tageszeitung „Die Presse“ (Dienstag-Ausgabe) lässt Konrad derzeit Lagerhallen anmieten. Es könnte schnell eng werden, sobald die Migranten nicht mehr so leicht nach Deutschland weiterreisen können. „Es gibt aber keinen Anlass zu glauben, dass Deutschland die Grenzen dicht macht“, sagte Konrad dazu. Die Anmietung der Lagerhallen habe auch mit der Suche nach winterfesten Unterkünften zu tun. Mit den Behörden in Deutschland herrsche eine gute Gesprächsbasis. „Es wird hier ordentlich hinter den Kulissen gearbeitet.“

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