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Sorge vor Anschlägen wächst

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben des US-Geheimdienstes CIA zwischen 20.000 und 31.500 Kämpfer im Irak und in Syrien. Das berichtete der US-Nachrichtensender CNN am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf einen CIA-Sprecher. Die Zahl sei durch eine verstärkte Rekrutierung seit Juni stark gestiegen.

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Bisher war die CIA von mindestens 10.000 IS-Kämpfern ausgegangen, also deutlich weniger. Gründe für den stärkeren Zulauf seien unter anderem „Erfolge auf dem Schlachtfeld und die Ausrufung eines Kalifats“, sagte CIA-Sprecher Ryan Trapani. Zudem habe die Miliz zusätzliche Informationsquellen erschlossen.

Arabische Ländern wollen IS-Finanzströme kappen

Der Vormarsch von IS lässt mittlerweile auf der gesamten arabischen Halbinsel die Sorge wachsen. Zehn arabische Länder wollen sich nun an einem von Washington geschmiedeten Bündnis mit Europa beteiligen. In einer gemeinsamen Stellungnahme nach einer Anti-Terror-Konferenz in der saudischen Hafenstadt Dschidda wurde der gemeinsame Kampf gegen die Extremisten hervorgehoben. Das berichtete der arabische Nachrichtenkanal al-Arabija am Donnerstag.

John Kerry auf einer Konferenz in Saudi Arabien

AP/Brendan Smialowski

US-Außenminister John Kerry warb in Dschidda für die US-Strategie gegen IS

Zu den Ländern gehören neben Saudi-Arabien und dem Irak auch Bahrain, Ägypten, Jordanien, Kuwait, der Libanon, der Oman, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie sagten unter anderem zu, die Finanzströme der Extremisten und den Zulauf von ausländischen Kämpfern zu stoppen. Die Türkei, die ebenfalls an der Konferenz in Dschidda teilnahm, zählt nicht zu den Unterzeichnern der Erklärung. Aus Saudi-Arabien und Katar wurden die IS-Kämpfer zumindest in der Anfangszeit noch finanziert.

Trotz der angekündigten US-Militärschläge in Syrien und der geplanten Verstärkung gemäßigter Rebellen gilt der Schulterschluss mit Partnern in der Region als entscheidend, um die Miliz schrittweise zurückzudrängen. Mit seiner Reise in die Region versucht US-Außenminister John Kerry, Unterstützer für die Ziele der USA zu gewinnen. Zuvor hatte er in Dschidda gesagt, im Kampf gegen IS komme den Arabern eine führende Rolle zu.

Luftangriffe mit europäischer Beteiligung?

In Washington wächst unterdessen die Hoffnung, aus Europa auch Unterstützung bei den Luftangriffen zu bekommen. Großbritannien schloss eine solche Beteiligung in Syrien nicht aus. „Was Luftstreitkräfte und Ähnliches angeht, hat der Premierminister nichts ausgeschlossen“, betonte ein Sprecher von Premier David Cameron. Auch Frankreich ist nach den Worten von Außenminister Laurent Fabius bereit, sich, „sofern notwendig“, an Lufteinsätzen im Irak zu beteiligen.

Doch auch nach einer Rede von US-Präsident Barack Obama, in der er seine Strategie im Anti-Terror-Kampf darlegte, blieb unklar, wann die USA mit Luftangriffen in Syrien beginnen könnten. Schon im Irak habe Obama zwar allgemeine Kriterien festgelegt, aber nicht jeden der bisher mindestens 150 Angriffe persönlich abgezeichnet, sagte sein Sprecher Josh Earnest.

Russland: Angriffe auf Syrien „Akt der Agression“

Auch von bisher ungewöhnlicher Seite könnten die USA Unterstützung bekommen. So will China bei der Terrorismusbekämpfung stärker mit der Weltgemeinschaft kooperieren. Dabei müsse jedoch das Völkerrecht ebenso geachtet werden wie die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität der betroffenen Länder, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Chinesische Terrorismusexperten sehen in islamistischen Kämpfern, die aus dem arabischen Raum zurückkehren, ein Sicherheitsrisiko auch für China, Russland und zentralasiatische Staaten.

Russland kritisierte unterdessen die angekündigten Luftangriffe in Syrien scharf. Das wäre ohne Genehmigung durch den Weltsicherheitsrat ein „Akt der Aggression“, sagte Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch. Syrien warf den USA fehlende Ernsthaftigkeit vor. Washington habe zwar einem Teil der terroristischen Gruppen den Krieg erklärt, wolle aber zugleich „einen anderen Teil“ bewaffnen, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur SANA.

Australien erhöht Alarmstufe

Unterdessen setzte Australien erstmals in einem Jahrzehnt die Sicherheitsstufe hinauf. Die Alarmstufe wurde von „mittel“ auf „hoch“ gesetzt, wie Premierminister Tony Abbott am Freitag mitteilte. Das bedeutet, dass ein „Terroranschlag“ als wahrscheinlich gilt, auch wenn er nicht unmittelbar droht. Es gebe „bestimmte Personen, die die Absicht und die Fähigkeit haben, Attentate hier in Australien zu organisieren“, sagte Abbott weiter. Es wird befürchtet, dass australische Extremisten, die im Irak und in Syrien für den IS gekämpft haben, zurück in Australien Anschläge verüben könnten.

Hollande in Bagdad

Der französische Präsident Francois Hollande sagte dem Irak im Kampf gegen IS seine Unterstützung zu. Frankreich sei solidarisch mit dem Irak, sagte Hollande am Freitag bei einem Besuch in Bagdad nach Angaben der irakischen Nachrichtenseite Al-Sumaria News. Hollande ist der erste ausländische Staatschef, der den Irak nach der Bildung einer neuen Regierung Anfang dieser Woche besucht. Frankreich hatte in dieser Woche seine grundsätzliche Bereitschaft zu Lufteinsätzen gegen die IS-Extremisten im Irak erklärt.

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