Maximal 200.000 Euro zu veranschlagen
Der Wert der insgesamt vier Konzepte, die der FPÖ-Werber Gernot Rumpold der Telekom Austria (TA) zukommen hatte lassen, ist meilenweit von den 600.000 Euro entfernt gewesen, die Rumpold im Frühjahr 2004 dafür erhalten hatte. Das stellte Georg Jeitler, gerichtlich beeideter Sachverständiger für Medienwesen, Wirtschaftswerbung und Marketing, am Donnerstag im „Telekom III“-Prozess in seinem Gutachten fest.
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Drei der vier Konzepte nannte der Gutachter „Blindgänger“, die „auf Risiko“ bzw. „auf Halde“ produziert worden seien. Aus sachverständiger Sicht sei hinsichtlich der zu beurteilenden Unterlagen „keine professionelle Deckung mit den strategischen Anforderungen der Telekom Austria nachvollziehbar“, sagte der Sachverständige. Die behauptete Werthaltigkeit der Konzepte waren für Jeitler „nicht nachvollziehbar“. Eine subjektive Nützlichkeit im Sinne einer sinnvollen Umsetzung sei für die TA „nicht gegeben“ gewesen, so der Sachverständige.
Konzepte haben „keinen spezifischen Wert“
„Q-Bus“ - ein zwölf Seiten umfassendes Konzept für mobile Verkaufseinheiten - bewertete Jeitler als grundsätzlich problematisch. Die Designvorgaben erschienen dem Sachverständigen „verfehlt“, eine strategische Einbettung in das Unternehmen TA „nicht nachvollziehbar“. Da es sich um ein schon bestehendes Vertriebskonzept handelte, rechnete Jeitler den „Q-Bus“-Unterlagen „keinen spezifischen Wert“ zu.
Dasselbe sagte Jeitler über „Park Your Bike“ - ein fünf Seiten starkes Konzept für Werbeflächen an Fahrradabstellplätzen -, das als Werbemittel der Firma TCI bereits vorhanden war und von Telering - einem unmittelbaren Konkurrenten der TA - im Jahr 2004 bereits genutzt wurde. Für den Gutachter war daher „kein strategischer Mehrwert“ erkennbar, hätte die TA auf „Park Your Bike“ gesetzt.
Umsetzung für TA „de facto unmöglich“
Die 16-seitige „B2B“-Fibel, ein redaktionelles Produkt für neue Medien, war laut Jeitler „sehr allgemein und wenig strategisch gehalten“. Das Konzept sei „unklar“, eine Umsetzung für die TA - etwa als Markenimplementierungskampagne „de facto unmöglich“ gewesen. Den Erstellungswert der Fibel bezifferte Jeitler mit 1.000 bis 2.000 Euro.
„Tele-Champion“ - ein Telefongewinnspiel, das über Mehrwertnummern abgewickelt werden sollte - umfasste neun Seiten. Dieses Konzept nannte Jeitler „ein enormes Imagerisiko für jeden Auftraggeber“ und als mögliche Verkaufsförderung, Imagebildung oder Markenimplementierung für die TA „de facto eine Themenverfehlung“ und ohne Wert. Die Erstellungskosten setzte Jeitler mit „1.300 Euro plus allfällige Nebenkosten“ an.
Angaben „höchst unrealistisch“
Der Sachverständige setzte sich auch mit der Aussage von Erika Daniel, der Ex-Frau von Rumpold, auseinander, die behauptet, drei bis fünf Monate an den vier Konzepten gearbeitet zu haben. Selbst wenn man diese Angaben übernähme, die Jeitler „höchst unrealistisch“ nannte, wären dafür maximal 200.000 Euro (und damit nicht die inkriminierten 600.000 Euro, Anm.) zu veranschlagen, bemerkte der Sachverständige.
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