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Besonders viele Privatkonkurse

Auch Portugal kämpft weiter schwer mit den Folgen der Schuldenkrise: Die Zahl der Insolvenzfälle ist dieses Jahr im Euro-Krisenland um 62 Prozent in die Höhe geschossen. Wie die Zeitung „Publico“ Ende der Vorwoche unter Berufung auf die Consultingfirma IIC berichtete, wurde bis zum 26. Dezember die Rekordzahl von 18.627 Pleiten verzeichnet.

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Im Vergleich zum Gesamtjahr 2010 betrage der Anstieg sogar 174 Prozent. Von den Pleiten sind den Angaben zufolge in zunehmendem Maße die privaten Haushalte betroffen. Rund 67 Prozent aller Insolvenzfälle seien 2012 auf Familien entfallen, knapp ein Drittel auf Unternehmen, so „Publico“. 2008 hätten zum Beispiel im ärmsten Land Westeuropas nur rund 800 überschuldete Familien Insolvenz beantragt, dieses Jahr seien es bereits mehr als 12.400 gewesen, hieß es.

Wirtschaft schrumpft um drei Prozent

Portugal erhielt 2011 von der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ein 78-Milliarden-Euro-Hilfspaket. Im Gegenzug will man das Haushaltsdefizit dieses Jahr auf fünf und bis 2014 auf die EU-Marke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken. Im Zuge der Sparmaßnahmen wird die Wirtschaft 2012 um mindestens drei Prozent schrumpfen. Die Arbeitslosenrate erreichte zuletzt den Rekord von 15,9 Prozent.

Sparziel weiter in Gefahr

Unklar ist jedoch, ob Portugal das mit den internationalen Geldgebern vereinbarte Sparziel erreichen wird. In den ersten neun Monaten 2012 sei ein Haushaltsdefizit von 5,6 Prozent der Wirtschaftsleistung registriert worden, teilte die Statistikbehörde INE am Freitag in Lissabon mit. Im zu Ende gehenden Gesamtjahr will Lissabon ein Defizit von fünf Prozent erreichen.

Die Mitte-rechts-Regierung von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho gab zunächst keinen Kommentar zu den neuen Zahlen ab. Wie die INE mitteilte, belief sich der Fehlbetrag in den ersten drei Quartalen auf knapp 6,3 Milliarden Euro. Im selben Zeitraum des Vorjahres war ein Defizit von 6,7 Prozent registriert worden. Das entsprach damals einem Fehlbetrag von 8,5 Milliarden Euro.

Vorgaben wurden gelockert

Nachdem die Troika Portugal 2011 ein 78-Milliarden-Euro-Hilfspaket gewährt hatte, war das ärmste Land Westeuropas bei seinen Sparbemühungen lange auf Erfolgskurs. Wegen der Rezession und des Einbruchs der Steuereinnahmen hatte die Troika Lissabon im September aber eine Lockerung der Sparziele zugestanden. Das Defizitziel für 2012 war von 4,5 auf fünf Prozent angehoben, der Sparplan um ein Jahr bis 2014 verlängert worden.

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