Spieler zahlen weniger
Nur acht Monate nach dem Börsengang stehen Zynga, Anbieter von Facebook-Spielen wie „Farmville“, harte Zeiten bevor: Nach einem unerwartet schwachen Quartal hat Zynga m Mittwoch seine Prognosen gesenkt. Die Aktien fielen um fast 40 Prozent, das Ergebnis belastete auch Facebook.
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Im vergangenen Quartal rutschte Zynga mit 22,8 Millionen Dollar in die Verlustzone nach einem dünnen Gewinn von 1,4 Millionen vor einem Jahr. Das Ergebnis vor Sonderposten lag ebenso wie der Umsatz von 332 Millionen Dollar deutlich unter den Erwartungen von Analysten. „Dieses Quartal ist ein Desaster“, so Analyst Arvind Bhatia von Sterne Agee.
Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr senkte das Management auf vier bis neun Cent je Aktie von zuvor 23 bis 29 Cent. Dank „Draw Something“ stieg die Zahl der zahlenden Spieler zwar deutlich an. Der tägliche Umsatz pro Spieler ging im Quartal allerdings um rund zehn Prozent zurück.
„Farmville“ zieht nicht mehr
Die Zynga-Angebote können grundsätzlich kostenlos genutzt werden. Um schnellere Fortschritte zu machen, können die Spieler aber auch virtuelle Gegenstände kaufen. Mit diesen zahlenden Nutzern werden die nicht zahlenden Nutzer de facto mitfinanziert.
Nach Daten eines Facebook-Dienstes interessierten sich in diesem Monat nur noch 20 Millionen Nutzer für Zyngas bekanntestes Spiel „Farmville“, nach einem Spitzenwert von 80 Millionen im März. Zynga macht dafür eine Umstellung auf der Facebook-Seite verantwortlich, die Nutzer stärker zu neuen Spielen locke als zu den etablierten Zynga-Angeboten. Allerdings profitierten auch neue Zynga-Spiele von der Umstellung.
Zynga von Facebook abhängig
Künftige große Kassenschlager von Zynga sind derzeit nicht abzusehen. Das für viel Geld eingekaufte „Draw Something“ ist bisher nicht der erhoffte Umsatzmotor. „‚Draw Something‘ hat sich nicht so gut entwickelt, wie wir zunächst erwartet haben“, gab Konzernchef Mark Pincus zu, der mit einem Stimmenanteil von knapp über 50 Prozent mittlerweile auch der beherrschende Zynga-Eigner ist.
Zyngas Probleme stellen die symbiotische Allianz der beiden Internetunternehmen ernsthaft auf die Probe. Dabei sind die Abhängigkeiten klar: Facebook ist der dominante Teil. Während Facebook das meiste Geld mit Werbung verdient, erwirtschaftet Zynga 90 Prozent seiner Erlöse über Facebook.
Zynga ist zwar der größte Anbieter von Facebook-Spielen, steht aber in einem heftigen Wettbewerb und will über das Soziale Netz hinauswachsen, etwa mit mobilen Spielen. Bisher scheint diese Strategie aber noch nicht den erwünschten Erfolg zu haben. Die Facebook-Aktie gab nach der Bekanntgabe der Zynga-Zahlen ebenfalls deutlich nach.
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