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Ketten setzen weiter auf Expansion

Der Bekleidungshandel zählt zu den expansivsten Branchen im Handel. Heuer sind die Betriebe in Österreich auf der Suche nach rund 500 Standorten vorzugsweise in Innenstadtlagen und Einkaufszentren, ergab eine Umfrage des Standortberaters RegioPlan Anfang Februar.

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Am „umtriebigsten“ sind demnach die Modeketten Fussl und Cecil, die Diskonter Kik und NKD und der Dessoushändler Hunkemöller, die jeweils mehr als zehn Standorte in Österreich suchen. Auch sonst tut sich in der Bekleidungsbranche viel, zuletzt sind internationale Labels wie die zu Abercrombie & Fitch gehörende Marke Hollister, Forever 21 und Bershka nach Österreich gekommen. Im September öffnet in Tirol die erste österreichische Filiale des irischen Modehauses Primark, das in Europa gerade stark expandiert.

Modebranche als Ausnahme von der Regel

Schöps, adessa und Don Gil mussten dagegen zuletzt das Handtuch werfen. Unangefochtener Marktführer in Österreich ist nach wie vor H&M, gefolgt von C&A und Peek & Cloppenburg. Abseits des Modesektors hat sich das Expansionstempo laut RegioPlan insgesamt verlangsamt. Der Einzelhandel sucht heuer mit 1.580 Geschäften um rund 80 weniger als 2011. Das führt das Beratungsunternehmen aber weniger auf die aktuelle Wirtschaftslage als vielmehr auf „einen gewissen Sättigungsgrad und die Verfügbarkeit an guten Standorten“ zurück.

Laut einer weiteren Untersuchung von RegioPlan ist Österreich vor allem bei Factory-Outlet-Centern, wo vor allem Markenartikel-Restposten relativ günstig abverkauft werden, im Widerspruch zum allgemeinen Trend. Während überall sonst in diesem Bereich Wachstum zu verzeichnen ist, sieht RegioPlan hier für Österreich „kein Potenzial mehr“.

Heimischer Markt so gut wie gesättigt

Europaweit könnten zu aktuell 170 bestehenden Outlet-Centern bald weitere 100 dazukommen könnten, schätzt RegioPlan. Ein Drittel davon soll in Deutschland entstehen. Auch in Italien, Frankreich, Großbritannien sowie in osteuropäischen Ländern ist der Markt noch lange nicht gesättigt. In Österreich herrscht umgekehrt ein Überangebot.

Etwa 30 Minuten östlich von Wien liegt etwa das Designer-Outlet Parndorf, das mit rund 37.000 Quadratmetern zu den zehn größten Factory-Outlet-Centern in Europa gehört. Nummer eins ist das Fashion-District Valmontone (45.000 Quadratmeter) in Italien. Im Frühling 2012 eröffnet in Österreich das Fashion-Outlet-Center Villaggio in unmittelbarer Nähe des Outlets Parndorf. „Ob ein weiteres Outlet-Center hier Erfolg haben wird, hängt stark vom Angebot der Konkurrenz ab“, kommentiert man bei RegioPlan.

Darüber hinaus gibt es in Österreich das Designer-Outlet-Center in Salzburg. Damit sei der heimische Markt so gut wie gesättigt. „Abgesehen von Wien gibt es in Österreich keine anderen großen urbanen Agglomerationen“, so Richter. Wettmachen könne man das höchstens mit dem großen Tourismusaufkommen in Tirol, wo „eventuell ein kleineres Outlet-Center noch Sinn machen“ würde.

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