Zahlen weit unter den Erwartungen
Die weltweit zweitgrößte Bekleidungskette H&M ist mit ihrem Gewinn erneut weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das Management erklärte nach Vorliegen der Zahlen zum ersten Quartal Ende März, der schwedische Konzern habe höhere Kosten tragen müssen, während er zugleich stärkere Preisabschläge gewährt habe. Bei der letzten Jahresbilanz hatte H&M sogar sinkende Gewinne vermelden müssen.
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Der Vorsteuergewinn stieg nun immerhin auf 3,7 Milliarden Schwedische Kronen (417 Mio. Euro) von 3,5 Milliarden Kronen vor Jahresfrist. Analysten hatten im Schnitt jedoch mit 4,2 Milliarden Schwedischen Kronen gerechnet. Mit der jüngsten Nachfrageentwicklung zeigte sich das Unternehmen allerdings zufrieden. Die Umsätze seien bisher im März in lokalen Währungen gerechnet um 22 Prozent angezogen, gab der Händler bekannt.
Marktführer in Österreich
H&M kündigte zugleich an, im kommenden Jahr eine neue Reihe von Filialen zu öffnen. Details dazu wurden zunächst nicht mitgeteilt. Angesichts ungünstiger Geschäftsbedingungen will der Konzern offenbar umso offensiver expandieren. Bereits die Jahresbilanz war für die Firma enttäuschend ausgefallen, als H&M für das vierte Quartal überraschend einen Gewinnrückgang vor Steuern auf 6,8 Milliarden Schwedische Kronen nach 7,18 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum vermelden musste.
H&M berief sich bei den Zahlen, die weit unter den Erwartungen gelegen waren, auf ein „herausforderndes Marktumfeld“. In Österreich fuhr die Kette im Abschlussquartal einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Kronen (158 Mio. Euro) ein, in Euro entspricht das einem Rückgang um drei Prozent, bei Berücksichtigung der Wechselkursdifferenzen zur schwedischen Krone sogar fünf Prozent. H&M ist in Österreich Marktführer im Bekleidungshandel und hielt per 30. November 2011 bei 66 Niederlassungen.
Für Eigentümer bleibt genug
Konzernchef Karl-Johan Persson kündigte bei der Veröffentlichung der Jahresbilanzzahlen eine Fortsetzung des Expansionskurses mit 275 neuen H&M-Häusern im laufenden Jahr an. Als Herausforderung im abgelaufenen Jahr nannte er mit Blick auf gestiegene Baumwollpreise eine „Kosteninflation“ für die gesamte Modetextilien-Industrie. Im gesamten Geschäftsjahr 2011 sank der H&M-Gewinn um 15,3 Prozent auf 15,8 Milliarden Kronen. Der Umsatz ging in vergleichbaren Einheiten leicht um ein Prozent auf 110 Milliarden Kronen zurück.
Auch in Österreich ging der Umsatz zurück. Der Bekleidungshändler erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010/11 4,8 Milliarden Kronen, in Euro entspricht das einem Rückgang um zwei Prozent, in Kronen um neun Prozent. Wirklich Sorgen machen muss man sich um die Firma allerdings wohl nicht. Noch immer reichen die Profite, um Haupteigentümer Stefan Persson mit einem geschätzten Privatvermögen von umgerechnet 19,5 Milliarden Euro zum achtreichsten Mann der Welt zu machen.
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