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Mutig in Zitronengelb

Kleider mit Blumenmuster oder Pailletten, in zarten Pastelltönen oder knalligen Neonfarben: Die Angebotspalette des diesjährigen Modefrühlings ist schier unüberschaubar. Doch vieles, was heute im Trend liegt, ist morgen schon Schnee von gestern. ORF.at hat sich mit Modeexperten auf die Suche nach zeitlos Schönem begeben und verrät, wovon man in diesem Jahr die Finger besser ganz lassen sollte.

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Die Fashionshows mit den Frühling- und Sommerkollektionen sind längst vorbei, die Trends bereits ausgerufen und in - mehr oder weniger - tragbarer Version in den Geschäften angekommen. Dort hängen sie nun, die goldenen Leggins neben Häkelpulli und Streifenshirt. Die Karohemden stapeln sich neben knallbunten Chinohosen, und irgendwann kommt der leise Verdacht auf, dass die Trendfarbe Grün vielleicht doch nicht für jedermann geeignet ist.

Mit Leuchtfarben durch den Sommer

Nun liegt es am Kunden, sich seinen Weg durch den Modedschungel zu bahnen. „Wichtig ist, seinen persönlichen Stil zu entdecken und zu entwickeln, und dabei geht es nicht unbedingt um Trends“, rät Michaela Amort, das Gesicht hinter dem österreichischen Modeblog Tschilp. Wer hier nicht so sattelfest sei, könne aber mit dem Griff zur richtigen Farbe und Accessoire zumindest etwas Modekompetenz unter Beweis stellen.

Modeaccessoires

APA/EPA/Giulio di Mauro, Justin Lane (Montage)

Auf die Details kommt es an: knallige Accessoires sind 2012 im Trend

Wer den Frühling nicht ganz im Modeabseits verbringen wolle, der müsse sich zwar nicht über Grün, dafür über die neuen Leuchtfarben, allen voran Zitronengelb, drübertrauen. Doch allzu euphorisches Vorgehen sei hier fehl am Platz. „Das kann ein leichter Baumwollpulli sein, ein schmaler Gürtel oder auch nur gelblackierte Fingernägel“, rät Amort. Ein Tipp von der Expertin: bei grellen Farben auf schlichte Schnitte setzen.

Dass es in diesem Frühling kaum ein Herumkommen um Gelb gibt, zeigt auch ein Blick durch diverse Fashion-Blogs. So schwärmt unter anderem die deutsche Bloggerin Susan Fengler (“Sue loves NYC") von der Kombination Gelb mit Nude-Tönen oder Weiß, und Katja Schweitzberger, Bloggerin bei Les Mads, sieht in Gelb und Orange bereits einen längerfristigen Trend - was ihre Beobachtungen bei der Fashion Week in Kopenhagen für Herbst/Winter Anfang Februar bestätigen.

Trainingsgewand wird fit fürs Büro

Bunt, bunt und nochmal bunt. Das ist auch das Credo von Maike Grimm, die seit vier Jahren in ihrem Blog Cultoda.de Trends bei Mode und Kultur auf der Spur ist. „Kräftige Farben stechen heraus, wichtig sind also Teile in Knallfarben“, erklärt Grimm. Die Farben machen laut Gimm auch vor Hosen nicht halt, die heuer auch mal gemustert sein dürfen. Zudem werde der sportive Look heuer salonfähig. Sneakers mit Keilabsatz oder Sweathosen kombiniert mit einem Blazer dürfen demnach dann schon einmal mit ins Büro.

Für Grimm gehören in diesem Sommer unbedingt weich fließende Sommerkleider in den Kasten. „Hochwertige Seidenblusen oder -kleider fühlen sich im Sommer nicht nur gut an, sie sind bei guter Pflege langlebig und absolut zeitlos“, sagt Grimm. Bei den Accessoires rät Grimm zu zeitlos schönen Lederschuhen und -taschen. Sonst sei jedoch alles erlaubt, was Spaß macht.

Männliche Models

APA/EPA/Maxim Shipenkov, Maya Vidon (Montage)

Der italienische Designer Frankie Morello macht die Radlerhose alltagsfit, und auch in Brasilien tragen die Männer heuer Gelb (r.)

Modenachhilfe für Männer

Etwas Modemut müssen auch die Männer unter Beweis stellen: „Schnörkellose Tuniken und Kaftans bleiben für Männer auch die nächste Zeit noch ein Thema“, so Amort. Das Gleiche gelte für Röhrenhosen. Modisch interessierten Männern rät Amort, sich ein wenig mit der Geschichte der Herrenschneiderei auseinanderzusetzen. „Denn die Details bei Hemdkrägen, Manschetten oder Revers beweisen den wahren Kenner“, so die Modeexpertin. Und Anzüge im Lagenlook wollen laut Amort clever kombiniert sein.

Was diesen Sommer überlebt

Trends sind bekanntlich schnelllebig, und was im letzten Sommer noch „in“ war, landet heuer schon in der Altkleidersammlung. Aber gibt es Modetrends, die auch die nächsten Jahre noch überleben? „Hosen werden jetzt wieder schmaler und eleganter, also Hände weg von Chinohosen“, rät Grimm. Auch seien für sie die 90er Jahre noch nicht weit genug entfernt, um ein modisches Revival gut zu finden. „Und Midiröcke sehen bei Durchschnittsfrauen einfach nur unvorteilhaft aus. Also Finger davon lassen!“

Für Amort heißt es vor allem bei den Accessoires Vorsicht walten lassen. Überladene Riesentaschen seien ebenso „out“ wie die Hipster-Brille, die Österreich erst in den vergangenen Jahren überrollt hat und bereits wieder auf ihr modisches Ausgedinge zusteuert. Wer noch keine Schlappstiefel aus Rauleder im Schuhregal hat, der sollte sich diese Investition heuer sparen. Das Gleiche gelte für Gladiatorensandalen. Dann schon lieber zu den klassischen Riemensandalen greifen, oder für Fashionistas: zu Tropeziennes.

Gabi Greiner, ORF.at

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