EZB kauft Staatspapiere
Nach der Ankündigung eines Referendums in Griechenland über die internationalen Hilfen ist der Risikoaufschlag für Staatsanleihen des ebenfalls hoch verschuldeten Euro-Landes Italien auf einen Rekordstand gestiegen. Der Aufschlag richtungsweisender zehnjähriger italienischer Staatspapiere zu deutschen Titeln kletterte am Dienstag im Vormittagshandel auf bis zu 4,34 Prozentpunkte.
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Der Aufschlag lag damit so hoch wie noch nie seit Einführung des Euro auf den Finanzmärkten im Jahr 1999. Der jüngste Anstieg resultiert sowohl aus fallenden Wertpapierkursen in Italien als auch stark steigenden Anleihekursen in Deutschland.
Italien war wegen seines hohen Schuldenstands und politischer Unstimmigkeiten ins Kreuzfeuer der Finanzmärkte geraten. Deutsche Staatsanleihen gelten indes nach wie vor als sehr sicher. Daher muss Deutschland den Anlegern auch deutlich niedrigere Zinsen bieten als Italien: Während Deutschland derzeit für zehn Jahre rund 1,8 Prozent zahlen muss, liegt der entsprechende Zins in Italien bei rund 6,1 Prozent.
EZB steuert mit Aufkäufen dagegen
Die Europäische Zentralbank (EZB) reagierte nach Aussagen von Händlern mit dem Kauf von Staatsanleihen auf die rasant steigenden Renditen der Papiere. Die Notenbank erwerbe vor allem Anleihen mit acht- und zehnjähriger Laufzeit, hieß es am Dienstag. Auch bei spanischen Anleihen greife die EZB zu.
Die Investoren zeigten sich vor allem verunsichert durch die Ankündigung der griechischen Regierung, das Volk über das neue Rettungspaket abstimmen zu lassen. Unter den Anlegern nahm deshalb die Furcht vor einem Ausfall europäischer Staatsanleihen deutlich zu: Versicherungen gegen einen Staatsbankrott in Italien oder Spanien und sogar in Frankreich und Deutschland verteuerten sich deutlich.
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