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25.000 Einsatzkräfte bergen Opfer

Drei Wochen nach dem Tsunami und dem Beginn des Atomdesasters in Japan hat Ministerpräsident Naoto Kan am Samstag erstmals das Katastrophengebiet besucht. Dabei traf er in der Sperrzone um das AKW Fukushima auch Arbeiter, die weiter verzweifelt versuchen, das Nuklearunglück unter Kontrolle zu bekommen.

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In dem zerstörten Fischerdorf Rikuzentakata sprach Kan mit Einsatzkräften und Flüchtlingen, die seit dem Tsunami in einer Notunterkunft leben. „Es wird ein langer Kampf werden, aber die Regierung wird mit Ihnen bis zum Ende zusammenarbeiten“, versprach er. Einer der anwesenden Obdachlosen warf Kan vor, dass er erst jetzt in die Region komme.

Japans Premier Naoto Kan besucht erstmals Katastrophengebiet

Reuters/Damir Sagolj

Premier Kan besuchte am Samstag erstmals das Katastrophengebiet.

Regierungssprecher Yukio Edano sagte über die eintägige Reise, es sei sehr wichtig für den Regierungschef, sich im Krisengebiet persönlich ein Bild zu machen und mit den Betroffenen zu sprechen.

Der in Umfragen unbeliebte Kan stand bereits vor dem Erdbeben politisch erheblich unter Druck, entweder zurückzutreten oder Neuwahlen anzusetzen. Auch für sein Krisenmanagement nach dem Beben steht er in der Kritik.

Hubschrauberflug über Fukushima

Kan hatte kurz nach Beginn der Katastrophe einen Hubschrauberflug unternommen, um das havarierte Kraftwerk in Fukushima aus der Luft zu inspizieren. Einen geplanten Besuch der Opfer in den zerstörten Gebieten hatte er bisher mit Verweis auf das schlechte Wetter abgesagt.

Tote nahe AKW werden nicht geborgen

Unterdessen setzten Tausende japanische und US-amerikanische Soldaten sowie andere Rettungskräfte am Samstag ihre Suche nach den Opfern des Bebens fort. Sie konzentrierten sich am zweiten Tag der auf drei Tage angelegten Suchaktion auf das Gebiet um eine Grundschule, wo viele Schüler von dem Tsunami erfasst worden waren.

120 Flugzeuge und Hubschrauber sowie 65 Schiffe beteiligen sich laut Behördenangaben an der Suche nach den Bebenopfern. Im Einsatz befinden sich demnach rund 25.000 Einsatzkräfte, darunter neben japanischen Soldaten, Polizei, Küstenwache und Feuerwehr auch 7.000 US-Soldaten. Von der Suche ausgeschlossen ist aufgrund der hohen radioaktiven Strahlung das Gebiet um das AKW Fukushima I.

Im Umkreis von 30 Kilometern um Fukushima I wird demnach nicht nach Leichen gesucht. In japanischen Presseberichten vom Freitag war die Rede davon, dass dort noch bis zu tausend Tote vermutet würden. Ursprüngliche Pläne, die Leichen zu bergen, seien wegen der hohen radioaktiven Strahlung auf Eis gelegt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Polizei. Eine Dekontaminierung der Toten an Ort und Stelle würde zudem deren spätere Identifizierung erschweren. Eine Übergabe an die Angehörigen berge weitere Gefahren, ebenso eine Einäscherung der Toten, hieß es.

Japanischer Regierungssprecher Yukio Edano im Anzug

AP/Koji Sasahara

Regierungssprecher Yukio Edano erstmals wieder im Anzug statt in blauer Arbeitermontur

Symbolischer Schritt in Richtung Normalität

Die Regierung versuchte am Freitag zu signalisieren, dass sie wieder zur Normalität zurückkehren will und sich ganz dem Wiederaufbau widmet. Nach wochenlangen Pressekonferenzen im blauen Overall trat Edano wieder im dunkelgrauen Anzug vor die Presse. „Wir wollten zeigen, dass die Regierung nun auch in die Zukunft schaut. Deshalb haben wir diese Jacken ausgezogen“, sagte Edano.

Die Kabinettsmitglieder hatten seit dem Beben am 11. März die gleichen Schutzanzüge getragen wie die Helfer im Erdbebengebiet. Am Freitag waren es nur noch die Minister für Katastrophenmanagement, Infrastruktur und Wirtschaft. Es sei nun „Zeit für die Regierung, die nächsten Schritte in Richtung Wiederaufbau zu machen“, sagte Edano.

Über 15.000 Menschen weiter vermisst

Insgesamt waren durch das Beben und die an einigen Orten 20 Meter hohe Flutwelle nach bisherigen offiziellen Angaben 11.800 Menschen ums Leben gekommen. Kyodo meldete unter Berufung auf die Polizei zudem noch mehr als 15.500 Vermisste. Große Teile der Küste im Nordosten wurden am 11. März von der Tsunamiwelle zerstört. Man vermutet, dass viele Opfer ins Meer geschwemmt wurden.

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