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20 Zentimeter breiter Riss

Aus einem Reaktor des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima I gelangt offenbar stark radioaktiv verseuchtes Wasser ungehindert ins Meer. Grund dafür ist ein Leck, das nach Angaben der Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power (TEPCO) im Betonboden von Reaktor 2 entdeckt wurde.

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Wie die japanische Atomaufsicht am Samstag mitteilte, will TEPCO nun Beton in das Reaktorinnere pumpen, um das rund 20 Zentimeter breite Leck zu stopfen. Der Riss soll sich in der Wand einer zwei Meter tiefen Grube für Stromkabel unter Block 2 befinden. Darin stand das Wasser laut TEPCO zehn bis 20 Zentimeter hoch.

Die Strahlung des in dem Schacht befindlichen Wassers betrage etwa 1.000 Millisievert pro Stunde. An drei Messpunkten etwa 15 Kilometer vor der Küste solle nun die Strahlenbelastung im Meerwasser neu gemessen werden, hieß es. Geprüft werden soll zudem, ob es weitere undichte Stellen an einem der vier Unglücksreaktoren von Fukushima I gibt.

Greenpeace: „Lebensbedrohlich“

Der deutsche Greenpeace-Experte Wolfgang Sadik bezeichnete die gemessenen Werte als „lebensbedrohlich“. Die Umweltorganisation sei zudem beunruhigt, weil nach Angaben aus Japan außerhalb der Reaktoren wohl auch nach Zirkonium gesucht werde. Das Element sei in den Brennelementhüllen enthalten. „Wenn man danach sucht, heißt das, man sucht nach Spuren des geschmolzenen Kerns“, folgerte Sadik.

Neue Probleme auch in Reaktor 1

Nach wie vor Probleme mit radioaktiv verseuchtem Wasser gibt es laut TEPCO auch bei Reaktor 1. Das unter dem Turbinengebäude befindliche Wasser behindert den Angaben zufolge derzeit die Versuche, das Kühlsystem der Anlage wieder in Gang zu bringen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji setzte TEPCO die Arbeiten zur Beseitigung des verseuchten Wassers am Samstag fort. Dieses soll demnach in einen Tank gepumpt werden.

Fortsetzen will TEPCO zudem seine Versuche, Strahlung mittels Kunstharzes einzudämmen. Die Ergebnisse erster Versuche würden derzeit geprüft. Weitere Tests wurden für Sonntag angekündigt. Den Plänen zufolge will TEPCO im Katastophen-AKW mit rund 60.000 Liter Kunstharz radioaktive Partikel „festkleben“ und damit eine Verbreitung - etwa durch Wind - verhindern.

„Es wird ein langer Kampf“

Der wegen seines Krisenmanagements bereits scharf kritisierte japanische Regierungschef Naoto Kan besuchte am Samstag unterdessen erstmals das Katastrophengebiet. Kan, der von einem noch „langen Kampf“ sprach, forderte die Betroffenen auf, weiter zäh zu bleiben, und versprach gleichzeitig die volle Unterstützung der Regierung.

Kan hatte kurz nach Beginn der Katastrophe einen Hubschrauberflug unternommen, um das havarierte Kraftwerk in Fukushima aus der Luft zu inspizieren. Im Anschluss geplante Besuche im Katastrophengebiet wurden mit Verweis auf das schlechte Wetter abgesagt.

IAEA revidiert Evakuierungswarnung

Von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wurde unterdessen die Forderung nach einer Ausweitung der Evakuierungszone revidiert. Wie die Organisation am Freitag mitteilte, liege der mittlere Strahlenwert in einem rund 40 Kilometer vom zerstörten Atomkraftwerk Fukushima entfernten Dorf wieder unter dem Evakuierungslevel. Nur wenige Tage davor hatte die Organisation noch vor einer gemessenen Konzentration von radioaktivem Jod gewarnt, die doppelt so hoch sei wie der empfohlene Grenzwert, bei dem evakuiert werden sollte.

Die Umweltorganisation Greenpeace hatte zuvor unter Berufung auf eigene Messwerte die Räumung des Dorfes mit bis zu 7.000 Einwohnern gefordert. Zudem solle die Evakuierungszone von 20 auf 40 Kilometer ausgeweitet werden. Japanische Behörden hatten das bisher abgelehnt. Während die IAEA Japan am Mittwoch die Räumung des Dorfes noch nahelegte, bestritt die Behörde am Freitag jegliche Empfehlungen. Die Entscheidung liege allein bei Japan, hieß es.

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