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Schuldenstaaten spüren Gegenwind

Kurz vor dem Sondergipfel der Euro-Zone zur Schuldenkrise hat sich die Lage der europäischen Sorgenkinder weiter verschärft. Hohe Renditen auf dem Anleihemarkt und Herabstufungen durch Ratingagenturen machen Griechenland, Spanien, Portugal und Irland das Leben schwer.

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Griechenland wurde von der US-Ratingagentur Moody’s Anfang der Woche ein neuer Tiefschlag versetzt: Die Agentur stufte die Kreditwürdigkeit um drei Stufen auf „B1“ herab. Damit hält sie griechische Staatsanleihen für „hochspekulativ“ und risikoreicher als etwa ägyptische Papiere. Der slowakische Regierungschef Iveta Radicova hat bereits vor einem möglichen Zahlungsausfall des Griechenlands gewarnt, das voriges Jahr mit einem Hilfsprogramm von IWF und EU vor der Pleite bewahrt wurde.

Der von den Großgläubigern verordnete Sparkurs belastet die Wirtschaft zusätzlich: Ein Ende der Rezession ist der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge erst 2012 in Sicht, wenn die Strukturreformen greifen und die Auslandsnachfrage anzieht.

Irland: Sparkurs bremst Wirtschaft

Irland ging voriges Jahr unter dem damaligen Regierungschef Brian Cowen als erster Staat unter den Euro-Rettungsschirm. Doch das Land bangt weiter: Cowens Nachfolger Enda Kenny sieht eine wachsende Gefahr, dass Irland seine Schuldenlast nicht mehr schultern kann. Daher versucht die neue Regierung, bessere Zinskonditionen für das finanzschwache Land herauszuholen.

Die bei der Wahl siegreichen Parteien Fine Gael und Labour stehen allerdings zu den Sparzielen des 85 Milliarden Euro schweren Rettungspakets. Der Sparkurs der Regierung in Dublin dürfte ebenso wie in Griechenland die Wirtschaft bremsen. Die OECD rechnet für das hoch verschuldete Land für 2011 mit einem Wachstum von 1,5 Prozent und für 2012 von 2,5 Prozent.

Kreditzinsen in Portugal auf Rekordniveau

Auch Portugal stöhnt unter einer hohen Schuldenlast und gilt manchen Experten bereits als nächster Kandidat für den Rettungsschirm: Die Kreditzinsen sind auf Rekordniveau gestiegen. Portugal konnte sich zwar jüngst auf dem Finanzmarkt für zwei Jahre eine Milliarde Euro leihen, musste dabei aber mit knapp sechs Prozent so hohe Zinsen in Kauf nehmen wie noch nie seit seinem Euro-Beitritt.

Die Regierung in Lissabon hat bereits eingeräumt, dass sie die Finanzierungskosten auf Dauer so nicht schultern kann. Das Land will partout nicht unter den Rettungsschirm, fordert aber einen Plan, um den Hilfsmechanismus flexibler zu gestalten. Insbesondere sollte der Rettungsfonds EFSF nach Ansicht Portugals in Zukunft auch Staatsanleihen aufkaufen können.

Moody’s stuft Spanien herab

Die Ratingagentur Moody’s senkte ausgerechnet am Tag vor dem Sondergipfel die Note für die Kreditwürdigkeit Spaniens und warnte im gleichen Atemzug vor einer weiteren Verschlechterung. Moody’s stuft Spanien nun mit der gleichen Note ein wie der Rivale Standard & Poor’s. Beide Agenturen schätzen das Risiko einer Staatspleite in Spanien damit jedoch noch immer als sehr gering ein - vor allem im Vergleich zu Griechenland.

Spanien kann nach Vorhersage der OECD zudem schon dieses Jahr wieder mit Wachstum rechnen: Die Experten sagen für 2011 plus 0,9 Prozent und für 2012 plus 1,8 Prozent voraus. Neben der Auslandsnachfrage dürfte auch der private Verbrauch wieder anziehen. Die Arbeitslosigkeit gehe aber nur langsam zurück: von derzeit etwa 20 auf 16,6 Prozent Ende 2012.

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