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Leitzins bleibt bei 1,0 Prozent

Nach Portugal haben sich am Donnerstag auch Spanien und Italien erfolgreich auf dem Kapitalmarkt mit frischem Geld versorgt. Dafür mussten sie allerdings deutlich höhere Zinsen in Kauf nehmen als zuletzt. Das Signal: Die Schuldenkrise ist längst nicht überwunden und könnte jederzeit noch dramatischere Ausmaße annehmen.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ den Leitzins am Donnerstag auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent, schloss aber nicht aus, bald an der Zinsschraube zu drehen. Doch vorerst stößt die von der EU-Kommission geforderte Aufstockung des Euro-Rettungsschirms vor allem in Deutschland bei Politik und Wirtschaftsexperten auf breite Ablehnung. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso möchte mit dem Schritt die Märkte beruhigen. Denn Experten sind überzeugt, dass das aktuelle Volumen zwar noch für eine Portugal-Rettung reichen würde - nicht aber, wenn auch Spanien umkippen sollte.

Rückendeckung von EZB

Rückendeckung bekam Barroso am Donnerstag aus Frankfurt. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nahm sich kein Blatt vor den Mund: „Wir fordern die Regierungen auf, den Rettungsfonds quantitativ und qualitativ zu verbessern. Wir brauchen ein Maximum an Flexibilität.“

Der EZB-Rat beließ den Leitzins im Euro-Raum trotz der zuletzt gestiegenen Inflation auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent. Doch Trichet machte deutlich, dass sich die Regierungen nicht darauf verlassen sollten, dass das Geld so billig bleibt. Er erinnerte an den Sommer 2008, als die EZB wegen gestiegener Inflationsrisiken die Zinsen angehoben hatte - obwohl sich die Finanzkrise schon zuspitzte.

Höhere Zinsen würden Kredite verteuern und könnten daher Gift für die Erholung der Konjunktur sein. Das würde insbesondere die Bemühungen der hoch verschuldeten Staaten wie Irland, Griechenland und Portugal zusätzlich erschweren, deren Wirtschaftsentwicklung durch die öffentlichen Sparmaßnahmen bereits schwer belastet wird.

Weiterer Anstieg von Inflation erwartet

Zum Anstieg der Inflationsrate von 1,9 Prozent auf 2,2 Prozent im Dezember in der Euro-Zone sagte Trichet: „Das war etwas höher als erwartet und reflektiert die gestiegenen Energiepreise.“ In den kommenden Monaten könne die Inflationsrate sogar noch steigen. Gegen Ende des Jahres dürfte die Rate aber wieder fallen. Risiken seien die Energiepreise und Steuererhöhungen in vielen Ländern. Die EZB strebt eine jährliche Teuerung von knapp unter 2,0 an. Trichet betonte, er sehe auf mittlere Frist Preisstabilität. Seit der Euro-Einführung habe die Rate im Schnitt 1,97 Prozent betragen.

Frisches Geld für Spanien und Italien

Für etwas Beruhigung sorgte am Donnerstag, dass sich auch Spanien und Italien etwas Luft verschaffen konnten: Die schuldengeplagten Länder platzierten wie zuvor Portugal erfolgreich Staatsanleihen - sie müssen allerdings höhere Zinsen in Kauf nehmen. Der spanische Staat erzielte Einnahmen von knapp drei Milliarden Euro. Allerdings stieg die Rendite für die Anleihen mit einer fünfjährigen Laufzeit - und damit die Zinsbelastung für Madrid - auf 4,59 Prozent. Das ist fast ein Prozentpunkt mehr als bei einer vergleichbaren Auktion Anfang November 2010.

Auch Italien brachte ein Paket von Staatsanleihen unter und erzielte Einnahmen von rund sechs Milliarden Euro. Für die Italiener stiegen die Zinsen deutlich weniger stark als für die gebeutelten Spanier. „Das zeigt die großen Unterschiede bei der Markteinschätzung beider Länder“, kommentierte die italiensiche Bank UniCredit. Die Rendite für die Anleihen mit fünfjähriger Laufzeit erhöhte sich auf 3,67 Prozent - im November waren es 3,24 Prozent.

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