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„Dokument, das unsere Generation eint“

WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat einen Vertrag mit einem schottischen Verlag über die Veröffentlichung seiner Biografie unterschrieben. Das Buch soll schon im April erscheinen und werde „sehr persönlich“ sein, teilte der Verlag Canongate Anfang Jänner in London mit.

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Der kleine in Edinburgh ansässige Verlag soll die Lebensgeschichte des 39-Jährigen weltweit vertreiben - mit Ausnahme von Nordamerika. Dort hält der Großverlag Alfred A. Knopf die Rechte. Der Buchvertrag zum Leben des „unsteten und getriebenen Mannes“ (Vertragsaussendung) wurde über die Literaturagentur Peters Fraser and Dunlop vermittelt.

Auch Rechte für deutschsprachige Ausgabe

Die Rechte für den nicht englischsprachigen Markt sind bereits an bekannte Großverlage verkauft, etwa Feltrinelli in Italien und Mondadori in Spanien. Die deutschsprachige Ausgabe soll bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen. Erscheinen soll das Buch offenbar in allen Sprachen gleichzeitig.

Der Internetaktivist Assange hatte bereits Ende Dezember angekündigt, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. „Ich hoffe, dieses Buch wird ein Dokument werden, das unsere Generation eint“, wurde Assange in einer Pressemitteilung zitiert. Er wolle den „weltweiten Kampf um ein neues Verhältnis zwischen Menschen und Regierungen“ erklären.

Angeblich eine Million Pfund als Honorar

Medienberichten zufolge könnte Assange für seine Memoiren bis zu einer Million Pfund (rund 1,17 Millionen Euro) kassieren. Offizielle Zahlen gab es zunächst nicht. Assange selbst hatte jedoch bereits zuvor Andeutungen über Summen in entsprechender Größenordnung gemacht.

Assange will mit Geld Anwälte zahlen

Das Geld sei nötig, um die Internetplattform am Laufen zu halten und um sich selbst gegen Missbrauchsvorwürfe in Schweden zu verteidigen, hatte Assange im Dezember gesagt.

Auf der Internetplattform WikiLeaks waren in den vergangenen Monaten zahlreiche teils geheime Dokumente aus US-Botschaften etwa über die Kriege im Irak und in Afghanistan veröffentlicht worden. Damit war vor allem die US-Regierung in Bedrängnis gebracht worden. Washington wirft WikiLeaks vor, damit Menschen gefährdet zu haben. WikiLeaks kontert, die USA wollten sich nur für die Bloßstellung rächen.

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