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Von Somalia bis in den Jemen

US-Präsident Barack Obama hat einem Zeitungsbericht zufolge still und leise die Schattenkriege gegen unterschiedliche extremistische Gruppen in Asien und Afrika deutlich verstärkt. Was als „verdeckter Krieg“ unter der Regierung von Obamas Vorgänger George W. Bush begonnen habe, „ist unter Präsident Obama ausgeweitet worden", so die „New York Times“ (Online-Ausgabe) am Wochenende.

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Praktisch über keinen der „neuen, aggressiven Schritte“ der US-Regierung sei jemals die Öffentlichkeit in Kenntnis gesetzt worden. Als Beispiele für solche Aktionen abseits der US-Kriegsschauplätze im Irak und Afghanistan nennt die New Yorker Tageszeitung etwa die Häufung von Drohnenangriffen in Pakistan und Militäraktionen im Jemen, die offiziell nie bestätigt worden seien. Seit letztem Dezember habe die US Air Force mit Zustimmung der jemenitischen Regierung zumindest vier Luftangriffe gegen Verstecke mutmaßlicher Terrorverdächtiger geflogen.

Außerdem hätte das Weiße Haus Angriffe auf Mitglieder von Osama bin Ladens Terrornetzwerk Al Kaida im ostafrikanischen Somalia autorisiert und grünes Licht für Geheimoperationen aus Kenia heraus gegeben. In Nordafrika seien, so die Zeitung weiter, gemeinsam mit europäischen Partnern Terrorgruppen ausgehoben worden. Dabei soll es sich um eine Aktion mit französischer Unterstützung in Algerien gehandelt haben.

Irak und Afghanistan „ernüchternd“

Die „New York Times“ zitiert Regierungsmitarbeiter, die auf die Vorteile eines verdeckten Krieges gegen Al Kaida und andere extremistische Gruppen verweisen. Die Erfahrungen in Afghanistan und im Irak seien mit Blick auf Kosten und Dauer ernüchternd für Politiker und Wähler. Statt eines „Hammers“ setze man nun auf das „Skalpell“, hatte schon Obamas oberster Berater im „Krieg gegen den Terror“, John Brennan, präzisiert.

Neue Rollen für CIA und Co.

Der neue Kurs der Regierung verwandle den US-Auslandsgeheimdienst CIA zunehmend in eine paramilitärische Organisation, schreibt die Zeitung weiter. Das Verteidigungsministerium werde zugleich der CIA immer ähnlicher, da das Pentagon immer häufiger etwa im Nahen Osten zu Spionagemissionen eingesetzt werde.

„In grob einem Dutzend Ländern - von den Wüsten Nordafrikas über die Berge Pakistans bis hin zu ehemaligen Sowjetrepubliken, die von ethnischen und religiösen Spannungen zerrissen werden“, so die Zeitung, „haben die Vereinigten Staaten Militär- und Geheimdienstoperationen signifikant verstärkt“. Zum Einsatz kämen dabei ferngesteuerte Waffensysteme genauso wie Kommandotrupps, der Geheimdienst würde aber auch Informanten bezahlen und lokale Spezialkräfte im Anti-Terrorkampf ausbilden. Unter Obamas Präsidentschaft sei die Anzahl geheimer Auslandsoperationen gestiegen, und das, obwohl sich der US-Präsident schon in seinem Wahlkampf eher als Kriegsgegner positioniert hatte.

„Erster verdeckter Krieg“

„Wo wir hinwollen, ist zu einer größeren Anzahl kleiner, möglichst lokal begrenzter Operationen“, zitiert die Zeitung den demokratischen Abgeordneten Adam Smith, Mitglied des Armed Services Committee im US-Senat (SASC). „Zum ersten Mal in unserer Geschichte hat eine Gruppe einen verdeckten Krieg gegen uns begonnen“, so Smith unter Verweis auf Al Kaida. „Und wir nützen aus amerikanischer Sicht ähnliche Elemente als Antwort auf diesen verdeckten Krieg.“

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