Bedrohung „diffuser geworden“
Auch wenn das Terrornetzwerk Al-Kaida nach Einschätzung der US-Regierung im Vorjahr erhebliche Rückschläge hinnehmen musste, wird dieses auch weiterhin als größte Gefahr für die USA betrachtet. Das geht aus dem US-Terrorbericht 2009 hervor, der am Donnerstag vom US-Außenministerium vorgestellt wurde.
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Im Kampf gegen Al-Kaida sei es demnach im Vorjahr gelungen, mehrere Anführer zu töten und das Terrornetzwerk etwa durch die pakistanische Militäroffensive gegen aufständische Taliban in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan spürbar zu schwächen. Zudem falle es dem Terrornetzwerk zunehmend schwerer, Gelder aufzubringen, Kämpfer auszubilden und Anschläge zu planen.
Dennoch habe sich Al-Kaida als „anpassungsfähige und robuste Terrorgruppe erwiesen, deren Ziel es bleibt, die Vereinigten Staaten und deren Interessen im Ausland anzugreifen“. Auch sei die Bedrohung durch Al-Kaida „diffuser geworden“. Das wiege die Verluste, die der Kern des Netzwerks erlitten habe, teilweise wieder auf.
Wachsender Einfluss in Afrika
Zulauf habe die Organisation auch weiterhin unter anderen von Personen aus Europa und Nordamerika. Zudem versuche Al-Kaida, verstärkt Kooperationen mit anderen Terrorgruppen einzugehen, um damit seine Schlagkraft zu verstärken. Auch die in Afghanistan gegen die USA und ihre Verbündeten kämpfenden Taliban würden unverändert von Al-Kaida finanziert und ausgebildet.
In dem Bericht für den Kongress zeigte sich das Ministerium besorgt über einen wachsenden Einfluss von Al-Kaida in Afrika. Dieser reiche von den Staaten im Nordwesten des Kontinents bis in das höchst instabile Somalia. Die Region biete ein ideales Umfeld für den Transit und die Ausbildung von Terroristen.
Unveränderte Liste der „Terrorsponsoren“
Unverändert blieb unterdessen auch die Liste der Unterstützer des internationalen Terrorismus. Als ein nach wie vor „aktivster Terrorsponsor“ wird im US-Terrorbericht der Iran bezeichnet. Das Regime in Teheran wird von den USA beschuldigt, u. a. die Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon und die radikal-islamische Palästinensergruppe Hamas sowie auch die Taliban zu unterstützen.
Auch Syrien, Kuba und der Sudan finden sich wie im Vorjahr auf der schwarzen Liste der Terrorunterstützer. Nordkorea, das im Jahr 2008 vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush von der Liste gestrichen worden war, wird hingegen weiterhin von den USA nicht auf der Liste der Unterstützer des internationalen Terrorismus geführt.
Anschläge in Afghanistan nahezu verdoppelt
Auf das Konto der Taliban geht nicht zuletzt der drastische Anstieg von Anschlägen und Angriffen gegen die internationalen Truppen und Zivilisten in Afghanistan. Nach 1.222 Terroranschlägen im Jahr 2008 haben sich diese im Vorjahr mit 2.126 nahezu verdoppelt.
Insgesamt ist die Zahl der Terroranschläge im vergangenen Jahr weltweit gesunken: Laut US-Terrorbericht gab es 2009 wurden im vergangenen Jahr 10.999 Terrorattacken registriert, 2008 waren es 11.725.
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