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Mit etwas Farbe zu höheren Preisen

Australier wohnen gerne in ihren eigenen vier Wänden. Zwei Drittel aller Häuser und Wohnungen sind im Eigentum, zu mieten ist nur für wenige interessant. Viele finanzieren sich ihre neuen Häuser über den steigenden Verkaufspreis der alten Immobilien. Doch der Markt wird zunehmend schwieriger und verlangt immer ausgeklügeltere Verkaufstricks.

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In den vergangenen Jahren boomte der australische Immobilienmarkt wie nirgendwo sonst auf der Welt. Allein zwischen 2000 und 2005 stiegen die Hauspreise um durchschnittlich 70 Prozent. Noch 2007 belegte Australien im Vergleich mit 200 Immobilienmärkten weltweit die Spitzenposition als Land mit dem unerschwinglichsten Immobilienmarkt. Hausverkäufe waren damit ein äußerst lukratives Geschäft.

TV-Sendungen geben Tipps

Doch die Preisspirale hat sich in den beiden letzten Jahren deutlich abgeschwächt. Zwar werden vor allen in den Ballungsräumen um Sydney, Melbourne und Camberra noch immer kräftige Margen erzielt - doch nicht mehr jedes Haus kann problemlos an den Mann gebracht werden. Doch gerade hier versprechen eine ganze Reihe von TV-Sendungen Abhilfe. In Dauersendungen geben sie Tipps, wie man sein abgewohntes Eigenheim zu Spitzenpreisen verkaufen kann.

Neben einfachen Ratschlägen, wie zum Beispiel den Vorgarten vor Besichtigungsterminen zu entrümpeln oder den Müll rauszubringen, sind aber durchaus aus Handwerkerqualitäten gefragt. So wird genau gezeigt, wie man mit gezielt gesetzten Pinselstrichen dem Wohnzimmer ein „neueres“ Aussehen verpassen kann. Ein Blumenstrauß auf dem Küchentisch und farbig abgestimmte Kissen auf der Couch besorgen den Rest.

Modell für Erstkäufer gefordert

Mit dem Rückgang der Hauspreise in den vergangenen zwei Monaten haben diese Ratschläge noch mehr Anhänger gefunden. Viele fürchten, ihre Häuser nicht mehr zu einem deutlich höheren Preis loswerden zu können und so auf ihren Hypotheken sitzenzubleiben.

Von politischer Seite wurde das muntere Preistreiben auf dem Immobilienmarkt bisher eher schweigend verfolgt. Angesichts der Neuwahlen im August ergriff Familienminister Steve Fielding nun die Gelegenheit und forderte preisgünstigere Häuser für Jungfamilien. „Der große australische Traum ist es, sein eigenes Haus zu besitzen. Und ich glaube, wir sollten alles dafür tun, dass sich Menschen Häuser kaufen können.“

Er rief die Regierung dazu auf, ein Modell zu entwickeln, dass es neuen Hauskäufern ermöglichen soll, 15.000 Australische Dollar aus ihren Pensionsfond zu entnehmen und in ein eigenes Grundstück zu investieren. Laut seinem Plan müsste das Geld dann in 15 Jahren wieder zurückgezahlt werden - mit Zinsen.

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