Run auf Ferienhäuser
Nicht nur der Urlaub im krisengeschüttelten Griechenland wird zum Schnäppchen. Wer sich schon immer ein Feriendomizil in dem beliebten Urlaubsland zulegen wollte, kann nun von gesunkenen Preisen profitieren.
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Denn der griechische Markt wird momentan von Angeboten in jeder Preisklasse überschwemmt. Durch die höheren Steuern, den strauchelnden Arbeitsmarkt und daraus resultierende finanzielle Engpässe müssen viele Griechen sogar kleinere Anwesen verkaufen. Luxusimmobilien werden vermehrt angeboten, weil reiche Griechen lieber in zukunftsträchtigere Anlagen investieren wollen, etwa in Häuser im Großraum London.
Um acht Prozent billiger als im Vorjahr
Schon jetzt kosteten griechische Immobilien im Schnitt um acht Prozent weniger als im Vorjahr, berichtete das deutsche „Handelsblatt“. Als Beispiel wird die jahrelange Immobiliensuche einer IT-Kauffrau angeführt. Nie habe sie ein annähernd brauchbares Angebot gefunden. Jetzt plötzlich habe sie überall nur noch Verkaufsschilder vor Häusern gesehen. Sie erwarb schließlich ein 10.000 Quadratmeter großes Grundstück mit Meerblick um 125.000 Euro. Vor einigen Jahren wäre das noch undenkbar gewesen.
Die Leute kaufen fast schon panisch
Ähnlich wie ihr geht es vielen Menschen, die schon lange ein Auge auf Griechenland geworfen haben. Immobilienmakler trommeln allerorten, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, um zuzuschlagen. Die Nachfrage steigt nicht zuletzt deshalb stetig - und auch wegen der Euro-Schwäche. Der Preis lasse sich am besten drücken, indem man nur ein überschaubares Grundstück kaufe und sich dort ein kleines Häuschen bauen lasse, sagte Christian Seyrer von G.I.S Immobilien gegenüber der „Wirtschaftswoche“. Da sei man auch in Meernähe auf der Halbinsel Peloponnese schon mit 150.000 Euro dabei.
Über den turbulenten griechischen Immobilienmarkt sagte Reinhard Patzschke, der Geschäftsführer der Berliner Revalue Immobilienberatung, gegenüber dem „Handelsblatt“: „Die Leute kaufen fast schon panisch, in der Angst, nicht mehr zum Zuge zu kommen.“ Ein Grund dafür sei Krisenfatalismus: „Wenn die Welt untergeht, kann ich wenigstens noch im eigenen Haus wohnen und aufs Meer schauen.“
Manche Experten schätzen, dass die Objekte in den kommenden beiden Jahren noch um 20 bis 30 Prozent billiger werden könnten, weil dann auch jene, die jetzt einen Verkauf um jeden Preis verhindern wollten, ihre Häuser auf den Markt werfen müssten - und das seien viele.
Marktbereinigung ohne Chance auf Erholung?
Es gibt aber auch warnende Stimmen. Als Anlage seien die Immobilien nur bedingt geeignet, weil erwartet wird, dass sich der Markt noch lange Zeit nicht erholen werde und auch dann nur geringfügige Preiserhöhungen zu erwarten seien. Denn die Häuser und Grundstücke seien in den letzten Jahren schlicht überteuert gewesen, was nun eben bereinigt werde. Zudem würden im Rahmen der Sparpakete und Abgabenerhöhungen auch die Steuern auf Immobilienbesitz angehoben. Derzeit betrifft das zwar nur Käufer, die mehr als 400.000 Euro hinblättern, aber wenn die Krise andauert, könnte diese Grenze drastisch gesenkt werden.
Preise in Spanien sinken weiter
In Spanien befinden sich Immobilien aufgrund eines Überangebotes und fragwürdiger Investitionen seit Jahren preislich im Sinkflug. Bisher waren Tourismushochburgen wie Mallorca aber eher davon ausgenommen. Nun jedoch werden auch dort Immobilien erschwinglicher - relativ. Die Preise sind weiterhin schwindelerregend, aber zumindest um sechs Prozent niedriger als noch vor ein, zwei Jahren, berichtete die Online-Ausgabe der „Rheinischen Post“. Ein Quadratmeter Wohnfläche koste in Mallorcas Hauptstadt Palma derzeit noch 2.280 Euro.
Auf Ibiza seien die Preise um elf Prozent auf 2.884 Euro pro Quadratmeter gesunken. Insgesamt seien in Spanien „die Preise auf das Niveau von 2004/2005 zurückgegangen“, sagte Silke Dittrich vom Immobilienmakler Engel & Völkers in Barcelona gegenüber der „Rheinischen Post“. Das mache je nach Standort und Art der Immobilie ein Minus zwischen zehn und 40 Prozent aus.
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