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Industrie will Erleichterungen

US-Präsident Donald Trump will Auflagen für die Erdölindustrie streichen, die unter seinem Vorgänger Barack Obama 2010 nach der Katastrophe um die Plattform „Deepwater Horizon“ erlassen wurden. Die Anforderungen an Sicherheit und Umweltschutz bei Bohrungen im Meer sollen gelockert werden.

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Die für die Förderung auf See zuständige Aufsichtsbehörde Bureau of Safety and Environmental Enforcement (BSEE) legte kürzlich entsprechende Vorschläge vor. Trump hatte die Behörden im April zu einer Überarbeitung des Regelwerks aufgefordert.

BSEE-Chef Scott Angelle zeigte sich zuversichtlich, dass das die Marktstellung der Industrie verbessern könne, ohne dass auf die Sicherheit verzichtet werde. Die Sicherheits- und Umweltstandards würden hoch bleiben, zugleich aber werde die Öl- und Gasproduktion gestärkt, meint er. Nach Angaben der BSEE bringen die geplanten Lockerungen der Industrie Einsparungen in Höhe von mindestens 228 Mio. Dollar (rund 190 Mio. Euro) in den kommenden zehn Jahren.

Die Katastrophe der „Deepwater Horizon“

Die Förderplattform „Deepwater Horizon“ des Erdölkonzerns BP im Golf von Mexiko war im April 2010 explodiert. Elf Arbeiter kamen ums Leben, Hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. Fast drei Monate dauerte es, bis das Unternehmen das Leck in 1.500 Metern Tiefe schließen konnte.

Die Folgen für die Umwelt waren verheerend. Ein mehr als 1.000 Kilometer langer Küstenabschnitt zwischen den US-Bundesstaaten Louisiana und Florida wurde verschmutzt, Hunderttausende Seevögel verendeten. Die Katastrophe kostete den britischen Ölkonzern BP bisher mehr als 63 Milliarden Dollar an Strafzahlungen und Schadenersatz.

Beschwerden der Erdöllobby

Das dem US-Innenministerium unterstellte BSEE wurde 2011 geschaffen. An den Auflagen der Behörde gab es zuletzt vermehrt Kritik seitens der Erdöllobby. Das American Petroleum Institute (API) beklagte die mit den Sicherheitsanforderungen verbundenen hohen Kosten.

Trump will zusätzliche Gebiete für die Ölförderung erschließen. Er nominierte mehrere Kandidaten mit Verbindungen zur Energiebranche für politische Posten. Sein Außenminister Rex Tillerson war vorher Chef von Exxon Mobile.

Sicherheitsbedenken bei Tiefseebohrungen

Nach BSEE-Angaben stammt ein von sechs Barreln Öl aus US-Produktion aus der Offshore-Förderung. Die Aufsichtsbehörde hat es mit etwa 2.400 Ölplattformen im äußeren Festlandsockel zu tun: in der Arktis, im Golf von Mexiko und im Pazifischen Ozean. Umweltschützer hegen gerade bei Tiefseebohrungen große Sicherheitsbedenken.

Anfang Dezember hatte Trump indigene Einwohner im US-Bundesstaat Utah gegen sich aufgebracht. Per Dekret hatte er dort zwei große Naturschutzgebiete zusammenstutzen lassen. Dadurch werden die Gebiete potenziell für Öl- und Gasbohrungen, Bergbau und andere wirtschaftliche Aktivitäten geöffnet. Der Navajo-Zentralrat kündigte rechtliche Schritte an.

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