US-Klimabericht widerspricht Trump
Ein vom Weißen Haus abgesegneter Bericht zum Klimawandel widerspricht der Position von US-Präsident Donald Trump: Anfang November veröffentlichte die US-Regierung einen Expertenbericht, dem zufolge die Erderwärmung eine mit „größter Wahrscheinlichkeit“ von Menschen verursachte „Realität“ ist.
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Es sei „extrem wahrscheinlich, dass menschliches Handeln - insbesondere der Ausstoß von Treibhausgasen - die vorherrschende Ursache für die seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachtete Erwärmung“ sei, resümierten die Experten in dem 600-seitigen Gutachten. Für die Erderwärmung gebe es „keine überzeugende alternative Erklärung“.
Keine Zweifel an Klimawandel
Die Experten sagen, dass die Temperaturen auf der Erde in den 115 Jahren zwischen 1901 und 2016 um durchschnittlich ein Grad Celsius gestiegen sind: „Unsere Zeit ist nun die wärmste in der Geschichte der modernen Zivilisation.“ Es habe in den letzten 1.700 Jahren keine Epoche gegeben, in der die Durchschnittstemperaturen so schnell gestiegen seien wie in den vergangenen Jahrzehnten. Der Bericht wurde von der Behörde für Ozean- und Atmosphärenforschung (NOAA) zusammengestellt und nach deren Angaben vom Weißen Haus zur Veröffentlichung freigegeben.
Ausstieg aus Pariser Klimaabkommen
Die Befunde stehen in Einklang mit der vorherrschenden Meinung in der Wissenschaft. Mitglieder von Trumps Regierung hatten dagegen immer wieder in Abrede gestellt, dass fossile Brennstoffe den Klimawandel verursachen - so etwa Scott Pruitt, der Leiter der Umweltbehörde EPA. Im Juni kündigte Trump den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaschutzabkommen an. Er sagte, der Vertrag sei ein „schlechter Deal“ für die USA.
In dem US-Expertenbericht wird vor einem Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts um fünf Grad Celsius gewarnt, „wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht deutlich reduziert wird“. Der Meeresspiegel werde zum Ende des Jahrhunderts um 30 bis 120 Zentimeter steigen, nicht ausgeschlossen sei sogar ein Anstieg um 240 Zentimeter bis zum Jahr 2100. Einer der Autoren der Studie, David Fahey von der NOAA, sagte, entgegen den Befürchtungen der Autoren habe es „keine politische Einmischung in die wissenschaftliche Botschaft dieses Berichts“ gegeben.
Keine Empfehlungen
Der Bericht enthält keine Empfehlungen an die Politik, sondern soll als Grundlage für die Entwicklung künftiger Strategien dienen. Rachel Licker von der US-Wissenschaftlervereinigung Union of Concerned Scientists sagte, die US-Bürger müssten ihre Politiker in die Pflicht nehmen und sie zum Handeln auffordern.
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