„Ihr seid meine Freunde“
US-Präsident Donald Trump hat der mächtigen Waffenlobbyorganisation National Rifle Association (NRA) versprochen, für die Rechte von Waffenbesitzern einzutreten. „Ihr seid meine Freunde, das könnt ihr mir glauben“, sagte Trump bei einem Kongress der NRA in Atlanta. „Ihr habt euch für mich eingesetzt, ich werde mich für euch einsetzen.“
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Am Samstag feierte Trump sein 100-tägiges Amtsjubiläum. Vor den versammelten Mitgliedern der NRA hatte er zuvor erklärt, seine Regierung werde nicht versuchen, das Recht auf Waffenbesitz einzuschränken. „Der achtjährige Angriff auf den Zweiten Verfassungszusatz ist zu einem krachenden Ende gekommen“, so Trump. In dem Paragrafen ist das Recht festgeschrieben, eine Waffe besitzen und tragen zu dürfen. Die NRA habe mit ihm einen „Freund und Vorkämpfer“ im Weißen Haus, fügte er hinzu.
Verbalattacken auf Demokraten und Establishment
Der 70-Jährige war der erste Präsident seit Ronald Reagan im Jahr 1983, der bei dem Kongress der NRA auftrat. Für seine Rede erhielt er lautstarken Applaus. Trump genoss seinen Auftritt sichtlich, seine Rede glich jenen, die er im Wahlkampf gehalten hatte. Der Präsident bemühte patriotische Bilder, schimpfte auf das politische Establishment in Washington und griff die Demokraten an. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren nannte er „Pocahontas“. Die abwertende Bezeichnung, die Trump bereits im Wahlkampf verwendet hatte, bezieht sich auf die amerikanischen Ureinwohner im Stammbaum Warrens.

APA/AFP/Getty Images/Scott Olson
Trump vor den NRA-Mitgliedern in Atlanta
Trump ging in seiner Rede auch auf sein zentrales Wahlkampfversprechen ein: Die Mauer an der Grenze zu Mexiko. Er sagte allerdings nicht, wie der Bau finanziert werden soll. Die Finanzierung des Prestigeobjekts ist derzeit völlig unklar. Das Weiße Haus wollte, dass ein Haushaltsgesetz erste Gelder für den Bau einschließt, musste aber nach Widerstand im Kongress davon abrücken.
Diskussion nach Gewalttaten
Schon als Kandidat hatte Trump im vergangenen Jahr vor dem Kongress gesprochen. Die NRA unterstützte ihn im Wahlkampf. Damit war die Hoffnung verbunden, Trump werde die Waffengesetze als Präsident nicht verschärfen. Die Organisation gilt als sehr einflussreich.
Der Besitz und das Tragen von Schusswaffen sind in den USA seit Jahrzehnten eines der großen politischen Streitthemen. Befürworter, politisch tendenziell eher bei Trumps Republikanern beheimatet, berufen sich auf den Zweiten Verfassungszusatz. Kritiker machen darauf aufmerksam, dass eine große Anzahl von Verbrechen verhindert werden könnte, wenn der freie Zugang zu Schusswaffen erschwert würde.
Nach Gewalttaten mit vielen Todesopfern kochte diese Debatte immer wieder hoch. Trumps Vorgänger Barack Obama setzte sich in den vergangenen Jahren dafür ein, die Waffengesetze zu verschärfen. Er scheiterte aber an den Republikanern im Kongress.
„Wir schaffen eine Menge“
Bereits im Vorfeld seines Auftritts in Atlanta hatte Trump Bilanz über seine 100 Tage im Amt gezogen. „Ich muss Ihnen sagen, ich glaube nicht, dass irgendjemand getan hat, was wir in 100 Tagen haben tun können“, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus in Washington bei der Unterzeichnung eines Dekrets. „Also sind wir sehr glücklich.“ Die symbolische 100-Tage-Schwelle sei zwar ein „falscher“ Beurteilungsmaßstab, aber: „Wir schaffen eine Menge“, sagte Trump.
Trump vermisst sein altes Leben
Am Donnerstag hatte Trump noch gesagt, nach rund 100 Tagen im Amt vermisse er seinen alten Job. „Ich liebte mein früheres Leben“, sagte der ehemalige Immobilienunternehmer, der auch eine eigene TV-Sendung „The Apprentice“ hatte, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich habe so viele verschiedene Dinge gemacht.“ Er arbeite als Präsident mehr als früher. „Ich dachte, es wäre leichter“, sagte Trump.
Trump, der bereits über die Zeit vor seiner politischen Karriere gesagt hatte, kein Privatleben zu haben, zeigte sich überrascht, wie wenig privaten Spielraum das Amt an der Spitze der Supermacht USA lässt. Er müsse sich immer noch an seinen Personenschutz rund um die Uhr und andere Einschränkungen gewöhnen. „Du lebst wirklich in deinem eigenen, kleinen Kokon. Die Sicherheitsmaßnahmen sind so massiv, dass du wirklich nirgendwo hingehen kannst“, sagte Trump.
Wenn er das Weiße Haus verlässt, wird er in einem SUV oder einer Limousine chauffiert. Er vermisse es, selber hinter dem Lenkrad zu sitzen. „Ich liebe es zu fahren“, sagt der Präsident. „Jetzt kann ich nicht mehr selbst fahren.“ Oft treffe er sich mit Freunden oder früheren Geschäftspartnern, um Rat zu suchen und um Kraft aus den Begegnungen zu schöpfen, sagte der 70-Jährige. Seine politischen Berater hätten gelernt, das zu akzeptieren.
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