Finanzierungsplan nach oben korrigiert
Nach der Einigung mit den Gläubigern der Hypo-„Bad Bank“ Heta muss die Republik dem Land Kärnten Geld vorschießen und seinerseits ihren Finanzplan nach oben korrigieren. Die Republik gewährt Kärnten einen Kredit.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Die Oesterreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), zuständig vor allem für das Schuldenmanagement der Republik und die Begebung von Bundesanleihen, wird wegen der Vorfinanzierung für den Kärntner Ausgleichszahlungsfonds (KAF) heuer voraussichtlich mehr Geld aufnehmen, hieß es dazu am Dienstag.
Die Einigung mit den Anleihegläubigern war am Montag endgültig fixiert worden. Am Dienstag gab die OeBFA bekannt, ihren Emissionsplan nach oben zu korrigieren. Die Bandbreite des diesjährigen Gesamtfinanzierungsplans sei von 27 bis 30 auf 30 bis 33 Mrd. Euro angehoben worden, sagte OeBFA-Geschäftsführer Markus Stix. Anmerkung: Bisher habe man sich eher am unteren Ende geplanten Spektrums bewegt, nun eher am oberen Ende.
9,3 Mrd. Euro „Liquiditätsabfluss“
Die Bandbreite für das erwartete Begebungsvolumen in Bundesanleihen sei mit 20 bis 22 Mrd. Euro unverändert belassen worden. Für die Finanzierung des KAF-Angebots stünden auch kurzfristige Instrumente zur Verfügung, so Stix.
Im Detail: Im ausgeweiteten Finanzierungsplan würden nun jene maximal veranschlagten rund 9,3 Mrd. Euro „Liquiditätsabfluss“ an die Heta-Investoren stecken. Die Summe entspricht einem Rückkaufpreis von 90 Prozent für das gesamte Nominalvolumen von 10,3 Mrd. Euro Nullkuponanleihe, begeben vom KAF, eine Umtauschvariante für vorrangige Gläubiger (Senior Bonds) der Heta.
90 Prozent plus/minus für Gläubiger
Zu den zusätzlichen rund sechs Mrd. aus dem angepassten Emissionsplan der OeBFA kämen noch drei Mrd. Euro weniger an Tilgungen im Vergleich zu den budgetierten Tilgungen - womit sich in Summe laut Rechnung der APA ein Bedarf von rund neun Mrd. Euro ergäbe. Die KAF-Anleihe kann ab 1. Dezember zurückgekauft werden, wobei Kärnten verkaufswilligen Investoren täglich einen aktuellen Rückkaufpreis für den Bond nennen muss, insgesamt 180 Kalendertage (ein halbes Jahr) lang.
Der 90-prozentige Rückkaufpreis ist dann noch vom jeweiligen Zinsniveau abhängig, es könnten auch mehr oder weniger als 90 Prozent sein, sollten sich die Zinsen bis Dezember verändern. Der Rückkaufpreis wird gemäß der im Angebot definierten Berechnungsformel ermittelt und sei somit transparent und für alle gleich, so Stix.
Kärnten ist Haftungen los
Die Gläubiger hatten einem Rückkaufsangebot bis Montag mit einer Quote von 98,71 Prozent zugestimmt. Für die über zehn Mrd. Euro Senior Bonds lag sie bei 99,55 Prozent, bei den Nachranganleihen - eine Mrd. Euro - bei 89,42 Prozent. Das bedeutet, dass nur noch rund 138 Mio. Euro aus dem Gesamthaftungsvolumen „übrig“ bleiben. Kärnten ist seine Landeshaftungen damit los, das Pleiterisiko vom Tisch. Kärnten haftete bisher immer noch mit über elf Mrd. Euro - die „Erblast“ des Debakels der früheren Hypo Group Alpe Adria (HGAA).
Das Land hatte seinerzeit den aggressiven Expansionskurs der HGAA vor allem ins Ausland mit astronomischen Haftungen unterstützt. Auf dem höchsten Stand beliefen sich diese (2007) auf über 24 Mrd. Euro. Immer wieder sorgten die Haftungen für heftige Kontroversen auch im parlamentarischen Hypo-U-Ausschuss.
Links: