Beziehungen wieder beendet
Der Konflikt um die regionale Vorherrschaft zwischen dem wahhabitischen Königreich Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran brodelt schon lange. In den letzten Jahren gab es fragile Annäherungen, denen im vergangenen Jahr mit einer tödlichen Massenpanik beim Hadsch in Mekka ein Ende gesetzt wurden.
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Bei dem Unglück kamen mindestens 2.200 Pilger ums Leben, darunter rund 460 Iraner. Teheran warf Saudi-Arabien nach dem Vorfall Versagen vor und forderte, die saudische Verwaltung für den Hadsch zu überdenken. Diese Vorwürfe wies das Königreich erbost zurück. Seit dem Vorfall haben sich die Beziehungen stark verschlechtert.
Iran warnt vor „blasphemischer Natur“
Am diesjährigen Hadsch Anfang September nahmen zudem keine Iraner teil. Die Streitigkeiten über Einreisebedingungen und Sicherheitsvorkehrungen hätten in zwei Verhandlungsrunden nicht ausgeräumt werden können. Trotz der angespannten Beziehungen zwischen Riad und Teheran war die Aussetzung der Pilgerfahrt für Iraner sehr ungewöhnlich.
Der oberste geistliche Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, warnte die islamische Welt vor der „blasphemischen Natur der Saudis“. In Teheran kam es zu Protesten gegen Saudi-Arabien, bei denen Sprüche wie „Tod den Wahhabiten“ skandiert wurden. Der saudische Großmufti bezeichnete die Iraner im Gegenzug als Ungläubige und betonte, dass sie den Sunniten immer feindlich gesinnt gewesen seien.
„Idiotie, Fanatismus und unendlicher Reichtum“
Der Konflikt wirkt sich auch auf die politische Rhetorik aus. Anfang September warf der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif der Monarchie „Idiotie“ vor. „Eigensinnigkeit, Idiotie, Fanatismus und unendlicher Reichtum hat aus dem Saudi-Regime eine brutale und unlogische Herrschaft gemacht“, sagte er.
Durch das saudische Regime sei „Terrorismus in der Region entstanden und gefördert“ worden. Riad sei auch verantwortlich für die regionale und globale Bedrohung durch den Terrorismus, sagte der sonst rhetorisch immer zurückhaltende Chefdiplomat des schiitischen Landes.
Bereits in der Vergangenheit Boykotte
Der Iran hatte die Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten in Mekka und Medina in den drei Jahren 1988 bis 1990 boykottiert, nachdem 1987 bei Zusammenstößen zwischen iranischen Pilgern und der saudi-arabischen Polizei 400 Menschen getötet wurden.
Die diplomatischen Beziehungen wurden 1991 wieder aufgenommen, doch in den vergangenen Jahren haben sich die Gräben wieder vertieft. In den Konflikten in Syrien und im Jemen unterstützen Teheran und Riad unterschiedliche Seiten. Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien und dem anschließenden Angriff auf die saudi-arabische Botschaft in Teheran wurden die diplomatischen Beziehungen im Jänner erneut abgebrochen.
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