Milliardär will Wahlkampfstil nicht ändern
Der Schlagtausch zwischen der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und ihrem republikanischen Herausforderer Donald Trump hat in den vergangenen Tagen an Intensität zugenommen. Trumps Attacken auf seine Widersacherin wurden zunehmend bedrohlicher und bizarrer.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Mittwochabend holte Trump bei einer Veranstaltung in Florida zum Rundumschlag gegen Clinton und US-Präsident Barack Obama aus. Trump bezeichnete Obama als „Gründer“ der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Clinton titulierte er als „Mitbegründerin“. Vor Anhängern in Fort Lauderdale kritisierte Trump Obama für die Entscheidung, die US-Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Daher sei er der Gründer der IS-Miliz, die Trump bei ihrem früheren Namen ISIS nannte. „Sie ehren Präsident Obama. ISIS ehrt Präsident Obama. Er ist der Gründer von ISIS.“
Aufregung über angeblichen Mordaufruf
Von der Kritik auch aus den eigenen Reihen lässt sich der New Yorker Geschäftsmann offensichtlich nicht beeindrucken. Erst am Dienstag hatte er auf einer Wahlkampfveranstaltung gesagt, Clinton wolle das in der Verfassung verankerte Recht auf Waffenbesitz faktisch abschaffen. „Falls sie dazu kommt, ihre Richter auszuwählen, könnt Ihr nichts machen, Leute“, sagte Trump, um dann hinzuzufügen: „Obwohl, vielleicht die Unterstützer des zweiten Verfassungszusatzes, vielleicht ist es das. Ich weiß es nicht.“
Kritiker interpretierten die Formulierung als Aufruf, Clinton zu erschießen. Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook warf Trump vor, eine „gefährliche“ Sprache zu verwenden. Ein Kandidat für das Präsidentenamt sollte „in keiner Weise Gewalt vorschlagen“. Trumps Wahlkampfteam versuchte, diesen Verdacht zu zerstreuen. Trump habe lediglich gesagt, dass die Waffenfreunde in hoher Zahl im November zur Wahl gehen und geschlossen gegen Clinton und für Trump stimmen würden. Die Verteidiger des Rechts auf Waffenbesitz stellten eine „enorm geschlossene Gruppe“ mit einer „großen politischen Macht“ dar, sagte Trumps Kommunikationsberater Jason Miller.
Clinton spricht Trump Qualifikation ab
Clinton bezeichnete die zweideutige Ansprache ihres Rivalen an Waffenbesitzer als Beleg für dessen mangelnde Befähigung zum höchsten Staatsamt. Trump habe erneut „eine Grenze überschritten“, sagte die Demokratin am Mittwoch bei einer Rede im US-Bundesstaat Iowa. Clinton warf ihrem Kontrahenten vor, im Wahlkampf immer wieder mit unbedachten oder zweideutigen Aussagen rote Linien überschritten zu haben.
„Jeder einzelne dieser Vorfälle zeigt, dass Donald Trump einfach nicht das richtige Temperament hat, um Präsident und Oberbefehlshaber der Vereinigten Staaten zu sein“, sagte die Demokratin. „Worte sind wichtig“, sagte Clinton über Trumps Ansprache an Waffenfreunde. „Und wenn man als Präsidentschaftskandidat antritt oder Präsident der USA ist, können Worte gewaltige Folgen haben.“
Trump sieht sich als „Wahrheitenerzähler“
Obwohl die Kritik auch in seiner eigenen Partei zunimmt, will Trump seinen Wahlkampfstil nicht ändern. Der Republikaner beschrieb sich am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC als „Wahrheitenerzähler“. Er tue nichts anderes, „als die Wahrheit zu sagen“.
Wenn das nicht reiche, um die Wahl im November zu gewinnen, sei es „auch okay“, fügte der Immobilienmilliardär hinzu. Schließlich habe er ein „sehr gutes Leben“, in das er dann zurückkehren könne. Sollte er die Wahl verlieren, werde er erst mal einen „sehr, sehr schönen langen Urlaub machen“, kündigte der 70-Jährige an. Er gehe allerdings davon aus, dass er die Wahl gewinne - „aber wir werden sehen“, sagte Trump.
Links: