Falludscha: Zehntausende Flüchtlinge benötigen Hilfe

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Nach dem Vormarsch von Regierungskräften ins Zentrum der seit 2004 von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierten westirakischen Stadt Falludscha verschärft sich das Flüchtlingsdrama in der Region. In den vergangenen Tagen seien rund 15.000 Menschen in einem Flüchtlingslager in der Nähe Falludschas eingetroffen, sagte die irakische Parlamentsabgeordnete aus der Provinz al-Anbar, Lika Wardi, heute. Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder.

Die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC) schätzt, dass seit Donnerstag bis zu 20.000 Zivilisten geflohen sind. Damit erhöhe sich die Gesamtzahl der Flüchtlinge aus Falludscha auf etwa 50.000 Menschen. Wardi geht sogar von mehr als 80.000 Flüchtlingen aus.

Mehrere Menschen von Sprengfallen getötet

Die Flucht sei nach wie vor extrem gefährlich, da die Menschen zu Fuß gehen müssten, erklärte der NRC. Sechs Menschen seien durch Sprengfallen ums Leben gekommen, ein Mann an Erschöpfung gestorben.

Den Hilfsorganisationen fehlt es zugleich akut an Geld, um die notleidenden Menschen zu unterstützen. Die Vereinten Nationen (UNO) haben 2016 nach eigenen Angaben erst 31 Prozent des Geldes erhalten, das sie für die Versorgung von mehr als sieben Millionen Irakern in Not benötigen. Der NRC-Direktor für den Irak, Nasr Muflahi, rief die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.

Irakische Regierungskräfte waren gestern rund vier Wochen nach Beginn einer Offensive auf Falludscha ins Zentrum der IS-Hochburg eingedrungen. Ministerpräsident Haidar al-Abadi erklärte die Stadt danach für befreit.

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