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WikiLeaks war an Daten nicht interessiert

Jener Informant, jene Informantin, die via „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“) und Internationales Konsortium investigativer Journalisten (ICIJ), die bisher größte Datensammlung zu Steuerbetrug mit Offshore-Firmen offengelegt hat, hat sich nun via „SZ“ in einem „Manifest“ zu Wort gemeldet.

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Darin erklärt die Person mit dem Codenamen „John Doe“ erstmals ausführlich, warum sie die Daten in einer Zeit, in der die soziale Kluft weltweit immer größer werde, geleakt hat - und betont: Große Medienhäuser und auch WikiLeaks waren an den Daten nicht interessiert.

„Verbrechen weit über Steuerflucht hinaus“

Briefkastenfirmen würden „oft mit dem Verbrechen Steuerflucht assoziiert, aber die Panama-Papers lassen keinerlei Zweifel daran, dass diese Firmen, auch wenn sie per Definition nicht illegal sind, dazu verwendet werden, eine ganze Reihe an schweren Verbrechen auszuführen, die weit über Steuerflucht hinausgehen“.

„Ich habe mich entschieden, Mossack Fonseca (jene Firma, die etwa in Panama Briefkastenfirmen einrichtet, Anm.) aufzudecken, weil ich überzeugt war, dass deren Gründer, Mitarbeiter und Kunden sich ihrer Rolle in diesen Verbrechen stellen sollen müssen.“ Illusionen macht sich „John Doe“ dabei nicht: Es werde möglicherweise Jahrzehnte dauern, bis das ganz Ausmaß des Handelns von Mossack Fonseca bekanntwerde.

Große Medien wollten Daten nicht

Nicht nur die Politik, auch Banken, Finanzregulatoren und die Justiz hätten großteils versagt, so „John Doe“. Auch die Medien hätten versagt. Er habe den riesigen Datensatz nicht nur der „SZ“ und dem Recherchekonsortium ICIJ angeboten, sondern auch zahlreichen anderen namhaften Medien - auch solchen, die das explizit abgestritten hätten. „Die traurige Wahrheit ist, dass unter den prominentesten und leistungsfähigsten Medienorganisationen keine einzige an der Story interessiert war“, so der Informant laut eigenen Angaben wörtlich. Auch WikiLeaks habe auf mehrere Kontaktaufnahmen nicht reagiert.

„Wirtschaftliche Sklaverei“

Die kollektive Folge dieses Versagens sei eine "vollständige Erosion ethischer Standards. Das führe letztlich zu einem neuen System, „das noch immer Kapitalismus genannt wird, aber eigentlich wirtschaftliche Sklaverei ist“.

„John Doe“ fordert in dem Manifest eine Gesetzgebung, die für echte Transparenz bei Firmenregistern sorgt und Steuerflucht unterbindet. Außerdem fordert die Person nachdrücklich ein, Whistleblower wirksam zu schützen, anstatt sie von Staats wegen zu verfolgen.

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