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Eines der ärmsten Länder der Welt

Bis zum Militärputsch vor drei Jahren hat Mali als einer der wenigen demokratischen Musterstaaten in Afrika gegolten. Seit damals lassen radikale Islamisten und separatistische Tuareg-Rebellen das Land nicht zur Ruhe kommen. Gleichzeitig kämpfen die Menschen ums tägliche Überleben, denn Mali gehört zu den ärmsten Ländern weltweit. 60 Prozent des westafrikanischen Landes sind von Wüste bedeckt.

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Von 1992 bis 2012 hatte in Mali ein Mehrparteiensystem mit friedlichen Machtwechseln nach Wahlen geherrscht. Aus Unzufriedenheit mit der Politik der Regierung gegenüber den Tuareg im Norden des Landes stürzte das Militär im März 2012 Amadou Toumani Toure. In der Folge verdrängten islamistische Gruppen die Tuareg und übernahmen die Kontrolle über den Norden des Landes. Erst durch das massive militärische Eingreifen der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich konnten sie im Jahr darauf zurückgedrängt wurden.

UNO-Mission versucht Lage zu stabilisieren

Eine internationale UNO-Truppe zur Stabilisierung Malis (MINUSMA) von knapp 12.000 Soldaten und Polizisten versucht seit 2013, das westafrikanische Land wieder zu stabilisieren. An einer parallelen EU-Ausbildungsmission für die malische Armee (EUTM) beteiligen sich derzeit auch sieben Österreicher.

Anfang Mai schloss die Regierung des im August 2013 gewählten Präsidenten Ibrahim Keita ein Friedensabkommen mit mehreren Rebellengruppen. Der Vertrag soll dem Norden Malis mehr Autonomie geben. Die Aufständischen verpflichteten sich im Gegenzug, die Regierung in Bamako anzuerkennen. Die wichtigste Rebellengruppe der Tuareg, die separatistische Koordination der Bewegungen des Azawad (CMA), boykottierte den Vertrag jedoch. Der Nordosten Malis ist auch einer der wichtigsten Transitkorridore für Flüchtlinge aus Westafrika auf dem Weg nach Europa.

Korruption an der Tagesordnung

Mali mit seinen rund 15 Millionen Einwohnern gehört dem Human Development Index (HDI), dem Index für menschliche Entwicklung, zufolge zu den ärmsten Ländern der Welt (2013: Rang 176 von 187). Die durchschnittliche Lebenserwartung in Mali liegt der Weltbank zufolge bei knapp 55 Jahren. Zum Vergleich: In Österreich liegt sie bei 81 Jahren. Fast drei Viertel der Erwachsenen können nicht lesen und schreiben, die Korruption und dass enorme Bevölkerungswachstum - jährlich rund drei Prozent - bremsen die Entwicklung des Landes zusätzlich.

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