Lange Tradition von Sonderwünschen
Großbritannien gilt mit seinen häufigen Sonderwünschen in der Europäischen Union als ausgesucht schwieriger Partner. Immer wieder fordert das Land bei wichtigen Themen eine Sonderbehandlung - und bekommt sie oft auch.
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1963: Der französische Präsident Charles de Gaulle legt sein Veto gegen eine Mitgliedschaft der Briten in der EWG ein.
1973: London tritt schließlich doch der Gemeinschaft bei.
1975: Die Briten sprechen sich in einem Referendum mit 67,2 Prozent für einen Verbleib in der Gemeinschaft aus, nachdem der damalige Premier Harold Wilson die Vertragsbedingungen nachverhandelt hat.
1984: Mit den legendär gewordenen Worten „Ich will mein Geld zurück“ handelt die konservative Premierministerin Margaret Thatcher den „Britenrabatt“ aus. London muss fortan weniger in den Haushalt der Europäischen Gemeinschaft einzahlen.
1990: EG-Länder beschließen im Schengener Abkommen die Aufhebung der Passkontrollen an den Binnengrenzen. Großbritannien macht nicht mit.
1991: Premier John Major kündigt eine europafreundliche Politik seiner Konservativen Partei an, scheitert damit aber parteiintern. Zudem handelt er aus, dass Großbritannien nicht am Europäischen Währungssystem teilnimmt.
1993: Der Maastrichter Vertrag über die Europäische Union tritt in Kraft.
1997: Tony Blair wird Premierminister. Londons Haltung zu Europa nimmt zunächst eine positive Wende.
2004: Blair gerät mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac über ein „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ in Streit.
2005: Blair lässt einen EU-Gipfel zum mehrjährigen EU-Finanzrahmen scheitern, stimmt Monate später aber doch zu und akzeptiert ein Schmelzen des Britenrabatts.
2009: Der britische Oppositionsführer David Cameron tritt aus der Fraktion der konservativen Europäischen Volkspartei im Europaparlament aus.
2011: Als Premier verweigert Cameron seine Zustimmung zum EU-Fiskalpakt.
2012: Cameron droht mit Veto bei den Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen der EU.
2013: Cameron kündigt eine Volksabstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU bis spätestens 2017 an. Bis dahin will er die Rolle seines Landes in der EU neu aushandeln.
2014: London will Befugnisse aus Brüssel zurück nach London holen. Welche genau das sind, sagt Cameron nicht.
2015: Unter dem Druck seines rechten Parteiflügels und der rechtspopulistischen Partei UKIP will Cameron vor allem Sozialleistungen für EU-Ausländer abbauen.
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