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Hunderte Millionen sollen gespart werden

Im Zuge der Abgasaffäre plant der Autokonzern Volkswagen laut einem Medienbericht eine umfassende Umstrukturierung. Bis Anfang kommenden Jahres solle die Zentrale stärker von den Töchtern getrennt und verschlankt werden, berichtete das deutsche „Handelsblatt“ (Freitag-Ausgabe) unter Berufung auf Konzernkreise.

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Gespart werden solle etwa im Ressort von Chefdesigner Walter de Silva, das jährlich rund 100 Millionen Euro verschlinge. Abstriche werde es auch im Marketing geben. Wie das „Handelsblatt“ weiter berichtet, sollen auch die „pompösen Partys am Vorabend der wichtigen Messen in Frankfurt, Genf und China“ gestrichen werden. Dadurch würden rund 24 Millionen Euro gespart.

„Interne Rivalität“ schmälert Profit

Tiefer greifende Wirkung solle die bereits von VW-Chef Matthias Müller angekündigte „Strategie 2025“ haben, die Mitte kommenden Jahres vorliegen soll, so die Zeitung. Geplant sei eine Neuordnung der Pkw-Welt von Volkswagen.

„Die Frage ist doch, was machen wir mit welcher Marke in welcher Region“, sagte ein Manager dem „Handelsblatt“ mit Blick auf die verschiedenen Marken Skoda, Audi, Seat und VW, die sich bei einigen Modellen gegenseitig Konkurrenz machen. „Die interne Rivalität geht zulasten der Profitabilität, und daher muss damit Schluss sein“, sagte der Manager dem Blatt.

Intern wird dem Bericht zufolge mit Widerstand gegen das neue Konzept gerechnet: „Dass bei der Neuordnung der Markenarchitektur einige im Konzern vor den Kopf gestoßen werden, ist unvermeidlich“, sagt eine andere Führungskraft dem „Handelsblatt“.

Finanzielle Folgen der Affäre noch nicht absehbar

Für Volkswagen sind die finanziellen Folgen der Ausweitung des Abgasskandals auf Modelle mit Benzinmotoren noch nicht absehbar. Die Höhe der Rückstellungen, die wegen der falschen CO2-Werte nötig würden, stehe noch nicht fest, sagte ein Manager mit Kenntnis der internen Diskussionen vergangenen Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

VW hatte vergangenen Dienstag bekanntgeben, dass bei der Typzulassung von rund 800.000 Fahrzeugen zu niedrige Kohlendioxidwerte angegeben und damit auch falsche Verbrauchsangaben gemacht wurden. Das wirtschaftliche Risiko hatte der Autohersteller auf etwa zwei Milliarden Euro beziffert. Bisher ist unklar, ob diese Summe reichen wird.

Die geschönten Sprit- und CO2-Angaben von Hunderttausenden Volkswagen-Modellen rufen unterdessen die Staatsanwaltschaft Braunschweig auf den Plan. In der Behörde laufe eine Vorprüfung auf mögliche Straftatbestände, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Als denkbare Delikte kämen zunächst sowohl Betrug als auch unlauterer Wettbewerb infrage.

Fonds will Aktionäre zu Klage bewegen

Unterdessen droht Volkswagen im Abgasskandal auch eine Schadenersatzklage seiner Topinvestoren. Der Fonds Bentham Europe gab am Donnerstag bekannt, sich dazu mit den wichtigsten 200 Aktionären des Autoherstellers in Verbindung gesetzt zu haben. Unter anderem wolle man vor Gericht im deutschen Braunschweig geltend machen, dass VW marktrelevante Informationen zu spät bekanntgegeben habe.

Bentham ist ein Gemeinschaftsunternehmen von IMF Bentham mit Sitz in Australien und dem US-Hedgefonds Elliott Management und ist auf die Finanzierung von Klagen spezialisiert. Ein VW-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Das Verfahren könnte dem Fonds zufolge bereits im Februar beginnen, zwei Jahre oder länger dauern und bis zu zehn Millionen Euro kosten. Sollte man gewinnen, werde Bentham seine Kosten erstattet bekommen und 15 bis 30 Prozent der gewonnenen Summe erhalten. Bei einer Niederlage vor Gericht werde der Fonds dagegen nach dem Prinzip „no win, no fee“ kein Geld sehen. In den vergangenen sechs Wochen hat die VW-Aktie mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren.

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