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Mexiko fordert Aufklärung

Der Angriff auf eine Touristengruppe in der Wüste Ägyptens, bei dem zwölf Menschen getötet wurden, erfolgte laut Angaben der mexikanischen Regierung aus der Luft. Aus Flugzeugen und Hubschraubern habe die ägyptische Armee Bomben auf die Reisegruppe geworfen, berichteten Überlebende.

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Die Urlauber seien angegriffen worden, nachdem sie in der Nähe der Baharija-Oase rund 370 Kilometer südwestlich von Kairo einen Halt zum Essen und Ausruhen eingelegt hätten, sagte die mexikanische Außenministerin Claudia Ruiz Massieu am Montag in Mexiko-Stadt. Das hätten Überlebende unabhängig voneinander berichtet. Die mexikanischen Behörden schickten eine Sondergesandte nach Kairo. Zudem würde diplomatisches Personal aus Botschaften der Nachbarländer nach Ägypten verlegt.

Tathergang weiter unklar

Die mexikanische Regierung bestätigte zwei Mexikaner unter den Toten, Ägypten sprach hingegen von acht mexikanischen Staatsangehörigen unter den Toten. Bei dem Vorfall in der Wüste im Westen des Landes seien auch Ägypter gestorben, hieß es. Zehn Menschen wurden laut offiziellen Angaben verletzt. Ruiz Massieu forderte von den ägyptischen Behörden eine lückenlose Aufklärung des Zwischenfalls. Der mexikanische Präsident Enrique Pena Nieto verurteilte den Angriff in der Nacht auf Montag (Ortszeit).

Karte von Ägypten

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Der genaue Tathergang ist weiter unklar: Die ägyptische Regierung erklärte, Polizei- und Armeekräfte hätten in der Region Terroristen verfolgt und dann das Feuer auf den Konvoi eröffnet. Die Reisegruppe sei dabei in einer für Zivilisten verbotenen Sperrzone unterwegs gewesen. Der Angriff sei aus Versehen erfolgt, hatte zuvor das Innenministerium mitgeteilt. Die Organisatoren würden „hart bestraft“, kündigte das Tourismusministerium an.

Gruppe von Polizei begleitet?

Ein Mitarbeiter des Hotels in der Baharija-Oase, in das die Mexikaner etwa 250 Kilometer südwestlich von Kairo reisen wollten, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass einige der Fahrer der Gruppe seit mehr als 20 Jahren in der Region arbeiteten. Es sei kaum vorstellbar, dass sie in ein Sperrgebiet gefahren seien. Zwei der Fahrer seien bei dem Angriff ums Leben gekommen.

Laut einem Touristenführer soll sich die Gruppe mit vier Autos auf einer Sanddüne außerhalb der gesperrten Zone befunden haben, berichtete auch die BBC. Einer der überlebenden Fahrer sagte zudem, dass die Gruppe von der Polizei begleitet worden sei. Die Tour soll vom Hotel in Abstimmung mit den Sicherheitskräften organisiert worden sein. Die ägyptische Vereinigung für Reiseführer erklärte ebenfalls, ein Polizist sei mit dem Konvoi unterwegs gewesen.

Rückzugsgebiet für IS

Die Wüstenregion im Westen Ägyptens ist wegen ihrer Oasen und Gesteinsformationen ein beliebtes Touristenziel. Zugleich ist die Region aber auch ein Rückzugsgebiet für islamistische Kämpfer, darunter Anhänger der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS). Wegen der angespannten Sicherheitslage bleiben die meisten Urlauber momentan fern.

Unterstützer eines ägyptischen Ablegers des IS hatten am Sonntag in einer online verbreiteten Stellungnahme behauptet, in der westlichen Wüstenregion in Gefechte mit der Armee verwickelt zu sein. Auch die staatliche Zeitung „Al-Ahram“ meldete Schusswechsel zwischen Sicherheitskräften und angeblichen Terroristen. Im Kampf gegen den Terror hatten die ägyptischen Behörden im Osten des Landes seit Tagen von Erfolgen berichtet: Dutzende Dschihadisten seien bei einer Offensive des Militärs auf der unruhigen Sinai-Halbinsel getötet oder festgenommen worden.

Aktivitäten in Ägypten ausgeweitet

Der IS hatte vergangenen Monat in Ägypten einen jungen Kroaten enthauptet, der für eine französische Firma gearbeitet hatte. Zudem verübten die Dschihadisten in den vergangenen Monaten zahlreiche Angriffe gegen ägyptische Sicherheitskräfte, vor allem auf dem Sinai. Auch hatte sich der IS zu einem Autobombenanschlag auf ein Polizeigebäude mitten in Kairo am 20. August bekannt, bei dem 29 Menschen verletzt wurden.

Der Tourismus ist für Ägyptens Wirtschaft eine entscheidende Branche, obwohl die Zahl der Besucher wegen der politischen Unsicherheit deutlich zurückgegangen ist. Etwa zehn Millionen Touristen besuchten das Land im vergangenen Jahr, im Jahr 2010 waren es noch fast 15 Millionen gewesen.

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