„Weitere Zerstörungen“
Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat einen bedeutenden Tempel in der von ihr besetzten syrischen Oasenstadt Palmyra gesprengt. Der Tempel von Baal Schamin sei mit einer großen Menge Sprengstoff in die Luft gejagt worden, sagte der Direktor der syrischen Antikensammlungen, Maamun Abdulkarim, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.
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Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Zerstörung des Tempels. Das Gebäude sei in großen Teilen zerstört, sagte Abdulkarim. Bei der Explosion sei die sogenannte Cella des Tempels, ihr innerster heiliger Bereich, zerstört worden. Die umgebenden Säulen seien eingestürzt. „Unsere schlimmsten Befürchtungen erfüllen sich gerade“, sagte Abdulkarim.

APA/EPA/Youssef Badawi
Palmyra im Jahr 2010
Seit der IS im Mai Palmyra eroberte, gibt es große Sorgen um die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörenden antiken Schätze der Stadt. Mehrere Mausoleen und Skulpturen wurden Medienberichten zufolge bereits zerstört und die größeren Ruinen vermint. Der IS betrachtet die Ausstellung von Statuen und die Verehrung von Mausoleen als „Götzendienst“.
Hinrichtungen in antikem Theater
Abdulkarim berichtete am Sonntag auch von weiteren Zerstörungen, die der IS in der antiken Stadt anrichtete. Im Juli sei die berühmte Löwenstatue von Athena zerstört worden. Ein Museum sei in ein Gefängnis mit Gerichtssaal umgewandelt worden. Im antiken Theater seien Hinrichtungen vollzogen worden, sagte der Direktor der syrischen Antikensammlungen.
Das auch als „Perle der Wüste“ berühmte Palmyra liegt etwa 210 Kilometer nordöstlich der syrischen Hauptstadt Damaskus. Namentlich erwähnt wurde die Siedlung bereits im 19. Jahrhundert vor Christus als Oase, an der die von der Seidenstraße über die Golfregion in den Mittelmeer-Raum ziehenden Karawanen Rast machten. Seine volle Blüte erreichte Palmyra in der römischen Zeit, etwa im ersten vorchristlichen Jahrhundert.
Chefarchäologe getötet
International für Entsetzen sorgte in der vergangenen Woche die grausame Hinrichtung des früheren Chefarchäologen von Palmyra, Chaled al-Asaad. Der 82-Jährige wurde enthauptet, sein Leichnam in den Ruinen von Palmyra aufgehängt. Die Angehörigen Asaads flohen daraufhin aus der Stadt. Nach Angaben eines seiner Söhne wurde die Leiche anschließend von IS-Kämpfern zerstückelt.
Ihm sei von Augenzeugen berichtet worden, dass eine Gruppe von IS-Kämpfern die Leiche „in Stücke schnitt“, nachdem sie einen Tag lang an einem Pfosten aufgehängt gewesen war, sagte Mohammed al-Asaad am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Der Sohn Asaads äußerte sich am Rande einer Trauerfeier, die das Nationale Altertumsmuseum in Damaskus in Erinnerung an den Archäologen abhielt. „Mein Vater hat immer wieder gesagt: Ich sterbe aufrecht wie die Palmen von Palmyra.“
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