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„Angriff gegen Einheit unseres Landes“

Bei einer schweren Explosion in der türkischen Stadt Suruc an der syrischen Grenze sind am Montag mindestens 30 Menschen getötet worden. Nach Angaben des türkischen Innenministeriums wurden außerdem rund 100 Personen verletzt. Das Ministerium bezeichnete die Tat als „terroristischen Angriff gegen die Einheit unseres Landes“. Staatschef Recep Tayyip Erdogan verurteilte in einer ersten Reaktion die Drahtzieher der Terrorattacke.

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Laut Premier Ahmet Davutoglu gibt es erste Anzeichen dafür, dass die Terrormiliz Islamische Staat (IS) hinter dem Anschlag steht. Der Gouverneur der Provinz Sanliurfa sagte nach Angaben der Zeitung „Hürriyet“, es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt. Der Sprengsatz explodierte im Garten eines Kulturzentrums, in dem sich Anhänger einer sozialistischen Jugendorganisation zu einer Pressekonferenz versammelt hatten.

Karte der Türkei

APA/ORF.at

Augenzeugen berichteten, nach der Explosion sei Feuer ausgebrochen. Fernsehbilder zeigten, wie Krankenwagen zum Explosionsort rasten. In Suruc befindet sich eines der größten Flüchtlingslager für Syrer, die vor den Kämpfen in ihrem Land geflohen sind. In dem im Jänner eröffneten Camp leben rund 35.000 Flüchtlinge.

Mit dem Amara-Kulturzentrum haben sich der oder die Täter einen Ort ausgesucht, der vor allem für Solidarität steht. Das Zentrum wird von der kurdischen Stadtverwaltung betrieben. Im vergangenen September war das Zentrum erste Anlaufstelle für Tausende Flüchtlinge gewesen, die in nur wenigen Tagen vor Kämpfen im nahe gelegenen syrischen Kobane nach Suruc flohen. Sie erhielten im Garten erste Versorgung, Essen und Unterkunft.

Explosion auch in Kobane

Nur kurz nach der Explosion wurden bei der Detonation einer Autobombe in Kobane selbst zwei Menschen getötet. Die Bombe sei an einem Kontrollpunkt in der Nähe einer Schule explodiert, sagte Kurdensprecher Idriss Nassan am Montag der dpa. Zwei Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) kamen ums Leben. Zunächst war unbekannt, wer für die Explosion verantwortlich ist. Laut anderslautenden Berichten soll es bei der Beseitigung von Munition zu mehreren Explosionen gekommen sein.

Heftig umkämpfte Stadt

Das überwiegend von Kurden bewohnte Kobane war im vergangenen Jahr monatelang Schauplatz heftiger Kämpfe, nachdem der IS dort eingerückt war. Im Jänner zwangen kurdische Kämpfer mit Unterstützung von US-geführten Luftangriffen die IS-Kämpfer zum Rückzug. Ende Juni startete der IS eine neue Offensive, wurde aber nach nur zwei Tagen wieder aus der Grenzstadt vertrieben. Im Zuge der Offensive, die mit drei Selbstmordattentaten begann, töteten die Dschihadisten zahlreiche Zivilisten. Viele Verletzte aus Kobane wurden in Krankenhäusern in Suruc behandelt.

Der Anschlag in Suruc ist der schwerste in der Türkei, seit im Mai 2013 in der Grenzstadt Reyhanli zwei Autobomben explodierten und 51 Menschen ums Leben kamen. Die türkische Regierung hatte damals die linksextreme DHKP-C mit Kontakten zum syrischen Regime für die Tat verantwortlich gemacht. Der syrische Präsident Baschar al-Assad hatte den Vorwurf zurückgewiesen.

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