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Draghi: „Ich weiß es nicht“

Die Geldautomaten der griechischen Banken können der Chefin des griechischen Bankenverbandes, Louka Katseli, zufolge noch bis Montag gefüllt werden. „Wir wissen, dass alles bis Montag gesichert ist“, sagte Katseli am Donnerstag dem Sender Skai TV.

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Die Hellas-Banken bleiben angesichts der schweren Finanzkrise mindestens bis Freitag geschlossen. Auch die Börsen bleiben zu. Kunden können derzeit maximal 60 Euro am Tag abheben. Unklar bleibt nach der Aussage, ob es - im Falle eines Scheitern des EU-Gipfels am Wochenende - noch Reserven für weitere Tage gibt.

Die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland sollten nach Ansicht vom Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, jedenfalls bis zur Vereinbarung neuer Rettungshilfen in Kraft bleiben. „Bis ein geeignetes Hilfspaket von allen Seiten vereinbart ist und die Solvenz sowohl der griechischen Regierung als auch des griechischen Bankensystems sichergestellt ist“, sagte Weidmann am Donnerstag auf einer Konferenz in Frankfurt.

Verhinderte Kapitalflucht

Weidmann hat dabei vor allem einen makroökonomischen Blick - die Probleme vieler Griechen, im Alltag irgendwie über die Runden zu kommen, bleiben dabei freilich außer Acht: Es sei zu begrüßen, dass weitere Einlagenabflüsse aus griechischen Banken durch die Kontrollen eingedämmt seien, so der Chef der Bundesbank. Weidmann ging in diesem Zusammenhang auch auf die umstrittene Bereitstellung von Notfallkrediten - sogenannte ELA-Hilfen - an die angeschlagenen griechischen Geldhäuser ein.

ELA werde unter anderem wegen der Kapitalverkehrskontrollen nicht mehr zur Finanzierung der Kapitalflucht eingesetzt, sagte Weidmann. „Das stellt sicherlich einen Schritt nach vorne dar“, sagte der Deutsche-Bundesbank-Präsident. Damit liege die Verantwortung wieder dort, wo sie angesiedelt sein sollte, bei den Regierungen und Parlamenten. Die griechische Regierung hofft auf ein drittes Hilfspaket der anderen Euro-Staaten und hat detaillierte Reformvorschläge angekündigt. Gelingt keine Einigung mit den Euro-Partnern, drohen ein Kollaps des Bankensystems und ein Ausscheiden des Landes aus der Währungsunion.

Draghi zweifelt an Einigung

Erstmals äußerte auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, offen Zweifel, ob es noch zu einer Lösung im Schuldenstreit kommt. „Ich weiß es nicht, diesmal ist es wirklich schwierig“, sagte der Italiener laut der Tageszeitung „Il Sole 24 Ore“. Auf die Frage, ob Griechenland Hilfe aus Russland erwarten könne, antwortete er: „Das glaube ich nicht ... Die haben selbst kein Geld.“

Lagarde fordert Umschuldung

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, kam unterdessen indirekt der Athener Regierung zu Hilfe. Sie forderte eine Umschuldung für das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland - und stellte sich damit gegen die Position der Euro-Länder. Neben Spar- und Reformmaßnahmen sei dieser Schritt „notwendig“ für die Wiederherstellung der Schuldentragfähigkeit Griechenlands, sagte Lagarde am Mittwoch bei einer Veranstaltung am Washingtoner Politikinstitut Brookings.

Mindestens 50 Mrd. Euro bis 2018

In einem vergangene Woche veröffentlichten Bericht hatten die IWF-Experten geraten, den Zeitraum für die Rückzahlung der von den Euro-Partnern an Athen vergebenen Kredite zu verdoppeln. Nach Schätzungen des IWF benötigt Griechenland in den kommenden drei Jahren außerdem weitere Hilfen in Höhe von mindestens 50 Milliarden Euro. Den Anteil der Euro-Partner bezifferte die in Washington ansässige Organisation auf mindestens 36 Milliarden Euro. Die IWF-Schätzung wurde allerdings vor der jüngsten Eskalation der griechischen Schuldenkrise erstellt, die Lage könnte also noch düsterer sein.

Griechenland war vergangene Woche als erstes Industrieland beim Währungsfonds in Zahlungsverzug geraten. Athen ließ die Frist für eine fällige Rate von 1,5 Milliarden Euro verstreichen. Zuvor hatten Griechenlands Euro-Partner ihr Hilfsprogramm für Athen auslaufen lassen, nachdem Verhandlungen über eine Verlängerung geplatzt waren. Athen bemüht sich derzeit um ein drittes Hilfsprogramm, am Sonntag findet dazu ein EU-Sondergipfel statt. Die griechische Bevölkerung hatte in einem Referendum die Spar- und Reformauflagen der Geldgeber allerdings abgelehnt.

„Krise muss voll angegangen werden“

„Griechenland befindet sich in einer akuten Krisensituation, die angegangen werden muss“, sagte Lagarde. Die IWF-Chefin erklärte, dass der Währungsfonds bei der Suche nach einer Lösung „voll engagiert“ bleibe. Wegen des griechischen Zahlungsrückstands beim IWF darf die Organisation aber keine neuen Finanzhilfen an Athen überweisen. Griechenland werde in dieser Frage „keine Vorzugsbehandlung“ bekommen, machte Lagarde deutlich.

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