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Lücken im internationalen Fonds

Auch zwei Jahre nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit mehr als 1.100 Toten versucht die Industrie das Problem auszusitzen. Viele Unternehmen, die im „Rana Plaza“ fertigen ließen, zahlten noch immer nicht in den Entschädigungsfonds für die Opfer ein.

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Zwar erhielten die meisten Opfer und Hinterbliebenen inzwischen von der Regierung in Dhaka Entschädigungszahlungen von umgerechnet einigen tausend Euro, bekannte Modekonzerne sind aber weiterhin säumig. Die westlichen Auftraggeber waren aufgerufen worden, in einen Entschädigungsfonds einzuzahlen.

Laut der internationalen Gewerkschaft IndustriAll fehlen immer noch 2,7 Millionen, um auf die Summe von insgesamt 30 Millionen Dollar für eine Minimalentschädigung der Opfer der Katastrophe zu kommen. IndustriAll-Generalsekretär Jyrki Raina rief die Modekonzerne erneut dazu auf, ihren Beitrag zu leisten: „Lassen Sie uns das beschämendste Kapitel in der Geschichte der Bekleidungsindustrie endlich abschließen. Die nötigen Mittel dafür sind in dem viele Milliarden schweren Wirtschaftszweig zweifellos vorhanden.“

Proteste zum zweiten Jahrestag

Am zweiten Jahrestag der Katastrophe am 24. April protestierten rund 2.000 Menschen gegen die anhaltend schlechten Sicherheitsstandards und mangelnden Entschädigungszahlungen: „Ich habe nur eine Million Taka (rund 12.000 Euro) vom Fonds des Ministerpräsidenten bekommen, aber nichts aus dem Treuhandfonds, der zur Hilfe für die Opfer eingerichtet wurde“, sagte eine ehemalige „Rana Plaza“-Mitarbeiterin, deren Bein nach der Katastrophe amputiert werden musste. „Ich kann nicht mehr arbeiten, brauche teure Medikamente und habe eine Familie, um die ich mich kümmern muss“, so die 24-Jährige anlässlich des zweiten Jahrestags.

Wal-Mart & Co. zahlten noch nicht

Die britisch-irische Modekette Primark steuerte etwa eine Mio. Dollar für den Entschädigungsfonds bei. Insgesamt zahlte das Unternehmen rund 14 Mio. Dollar an Entschädigungen und Opferhilfe. Es soll aber weiterhin in Bangladesch produziert werden, kündigte die Modekette an. Kein Beitrag kam bisher von Wal-Mart, JC Penney und Carrefour.

Benetton stellte erst vor kurzem eine Zahlung von 1,1 Mio. Dollar für den Fonds in Aussicht. Zuvor hatte das Unternehmen geleugnet, im „Rana-Plaza“-Komplex zu produzieren. In einer Onlinepetition hatten über eine Million Menschen den Konzern aufgefordert, sich dennoch an dem Entschädigungsfonds zu beteiligen.

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