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Der überarbeitete Arbeitsplatz

Verspielte Formen treffen auf strengen Purismus: Beim Salone Internazionale del Mobile in Mailand zeigt sich, dass das in den letzten Jahren vorherrschende kühle Design langsam auftaut. Viele Aussteller setzen heuer auf eine Verbindung von Tradition und Moderne.

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Beim Salone Internazionale del Mobile präsentieren Designer, Produzenten und Traditionsbetriebe ihre Kreationen. Die weltweit größte und wichtigste Möbelmesse lockt jährlich mehr als 300.000 Besucher aus aller Welt in die italienische Stadt. Bei 2.500 Ausstellern, die in ihren Präsentationen so ziemlich alles abdecken, was auch nur im Entferntesten mit den Begriffen Möbel und Wohnen zu tun haben könnte, ist die Bandbreite des Gezeigten natürlich wie immer enorm. Dennoch lassen sich natürlich Trends ausmachen.

Ein großes Thema, präsentiert in zwei eigenen Hallen unter dem Motto „Work 3.0“, ist in diesem Jahr die Zukunft von Arbeitswelten. Die Grenzen zwischen Wohnen, Freizeit und Arbeiten verschwimmen zunehmend. Resultierend daraus sind neue Lösungen gefragt: Möbel werden einerseits modularer und flexibler gestaltet, um je nach Anforderung eingesetzt werden zu können. Auf der anderen Seite sollen Büromöbel aber nicht mehr nur funktional überzeugen, sondern auch eine wohnliche Atmosphäre ausstrahlen.

Eindrücke von der Möbelmesse Mailand

courtesy Salone del Mobile.Milano/Carola Merello

Von der italienischen Designfirma Unifor kommt eine mobile Arbeitsplatzlösung - mit Referenzen an den klassischen Sekretär

Die Schweden machen Pause

Bürostühle werden wieder geschwungener und farbenfroh, Regalsysteme sollen zugleich als Raumteiler fungieren und dabei auch eine heimeligere Stimmung erzeugen. Die schwedische Designausstellung mit dem Titel „#Swedenpresspause“ hat sich überhaupt einem ganz speziellen Aspekt des Themas Arbeit angenommen: der Pause. „Zeit mag Geld sein, aber wenn man einem Baum Zeit gibt zu wachsen, dann wird er bessere Früchte tragen,“ erklärt Nyström Persia, Kurator der schwedischen Designausstellung. „Eine Pause erlaubt dem Unbewussten, sich durchzusetzen, und so entstehen neue Gedankenzweige.“

Eindrücke von der Möbelmesse Mailand

courtesy Salone del Mobile.Milano/Carola Merello

Aus Schweden kommen Ideen für die Gestaltung von Pausenräumen und Kommunikationszonen

Die Symbiose aus Alt und Neu

Ein anderer Schwerpunkt, der sich heuer ausmachen lässt, ist die Verbindung von Moderne, Traditionsbewusstsein und Handwerkskunst. Ganz vorne mit dabei ist da natürlich Möbelhersteller Thonet, der mit dem Bugholzsofa „2002“ eine Brücke „zwischen dem klassischen Thonet-Erbe und der Gegenwart“ schlagen will.

Für den Leuchtenhersteller Foscarini haben sich der japanische Designer Nendo und der Italiener Luca Nicchetti zusammengetan und mit dem Modell „Kurage“ eine Lampe erdacht, die das Zeug hat, ein Klassiker zu werden: eine weiße Kuppel aus Washi-Papier über vier dünnen Füßen aus Zypressenholz.

Eindrücke von der Möbelmesse Mailand

courtesy Salone del Mobile.Milano

Thonets Bugholzsofa „2002“

Österreichische „Designpioniere“ zeigen auf

Auch österreichisches Design ist heuer bereits zum sechsten Mal in einer Sonderausstellung zu bewundern. 70 österreichische Designer stellen sich in der dem Thema „Pioniergeist im Design“ gewidmeten Schau vor. „Die Ausstellung ‚Austrian Design Pioneers‘ soll einen Überblick über die Neuerungen und Strömungen der österreichischen Kreativszene im Bereich Design aufzeigen und deren Gedankengut und Ideale verkörpern“, heißt es seitens der Außenwirtschaft Österreich (AWO), die die Ausstellung bereits zum sechsten Mal organisiert.

Um ein ganzheitliches Bild der österreichischen Designlandschaft zu vermitteln, werden heuer erstmals auch Studentenprojekte der heimischen Universitäten präsentiert. Die vom Architekturbüro Vasku & Klug gestaltete Schau findet am Ausstellungsort „La Pelota“ im Mailänder Stadtteil Brera statt.

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