Themenüberblick

„Cybersicherheit verstärken"“

Nach dem Cyberangriff auf die Rechner des französischen Senders TV5 Monde prüft die Europäische Kommission nun, ob möglicherweise auch andere Sender in Europa angegriffen wurden. „Wir stehen (...) im engen Kontakt mit der französischen Regierung und haben Informationen über diesen Angriff erbeten“, sagte Günther Oettinger, für die Digitale Agenda zuständiger EU-Kommissar, der „Welt am Sonntag“.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der französische Sender war in der Nacht auf Donnerstag Opfer eines Internetangriffs geworden. Die Angreifer legten für Stunden den Sendebetrieb lahm und luden zudem Propaganda der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) auf den TV5-Seiten in den Sozialen Netzwerken hoch.

„Wir prüfen das“

Die Kommission überprüft nun außerdem, ob sie als Reaktion auf die IT-Attacke die derzeit diskutierte Richtlinie über die Netz- und Informationssicherheit (NIS) noch einmal verschärft. Konkret geht es um die mögliche Ausweitung der Liste von Unternehmen, die Behörden künftig verbindlich über Hackerangriffe informieren sollen. „Wir prüfen das“, sagte Oettinger.

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, schrieb am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite, es sei offensichtlich, dass Terroristen über moderne digitale Instrumente verfügten. „Wir müssen unsere Cybersicherheit kontinuierlich in enger Zusammenarbeit mit allen Mitgliedsländern und anderen Verbündeten verstärken“, so Timmermans.

Die EU-Kommission will am 28. April ihre Strategie zur Cybersicherheit vorlegen. Ein Konzept für den digitalen Markt solle im Mai folgen, hieß es am Freitag bei der Kommission in Brüssel.

Frankreich fordert Wachsamkeit

Nach der Hackerattacke auf IT-Systeme von TV5 Monde hat die Regierung in Paris Medien des Landes zu erhöhter Wachsamkeit aufgefordert. Gemeinsam mit der für Sicherheit von Informationssystemen zuständigen nationalen Behörde ANSSI sollen die bei den Medien für IT-Sicherheit zuständigen Experten nach Schwachstellen suchen. Medienministerin Fleur Pellerin plant entsprechende Fachgespräche in den kommenden Wochen.

Am Donnerstag hatten Internetnutzer Inhalte der TV5-Monde-Seite zwischenzeitlich nicht abrufen können. Hacker hatten TV5 Monde in der Nacht zuvor lahmgelegt: Die Fernsehprogramme des Senders waren stundenlang unterbrochen, auf der Website und den Social-Media-Konten war IS-Propaganda zu sehen. Senderchef Yves Bigot sprach von einer „in der Fernsehgeschichte beispiellosen“ Attacke.

„Das, was wir seit langem befürchten“

Der Vizepräsident des deutschen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Andreas Könen, sagte im ARD-„Morgenmagazin“, Angriffe auf kritische Infrastrukturen seien „genau das, was wir seit langem befürchten“. Gerade in den Netzen des Bundes sei allerdings besonders gut Vorsorge getroffen worden. Könen befürchtet, dass der Angriff auf den französischen TV-Sender Nachahmer provozieren könnte. Bei der Absicherung der Netze müsse deswegen in den kommenden Jahren mehr unternommen werden.

Links: