Mehr Geld für Angehörige
Ausländische Bergsteiger müssen in Nepal zukünftig mehr für die Versicherung ihrer einheimischen Bergführer zahlen. Mit September hob Nepals Regierung die Versicherungssumme für Bergführer und Träger um die Hälfte an.
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Die Arbeiter in den Himalaya-Bergen würden statt mit umgerechnet 7.500 Euro nun mit 11.000 Euro für den Todesfall versichert, teilte das Tourismusministerium im August mit. Die neuen Bestimmungen sind ein Folge der Sherpa-Proteste der vergangenen Monate.
16 Sherpas von Eislawine begraben
Nachdem im April eine Eislawine auf dem Mount Everest 16 Sherpas verschüttet hatte, forderten die einheimischen Bergführer und Träger bessere Arbeitsbedingungen. Die Regierung erhöhte daraufhin die Versicherungssumme. Viele Beobachter hielten aber auch diese finanzielle Absicherung für die Familien der Arbeiter für unzureichend. Allein die aufwendige Beerdigung verschlinge einen Großteil des Geldes. Oft sind die Bergführer die einzigen Geldverdiener, und die Familien wissen nach ihrem Tod nicht, wie sie die Ausbildung der Kinder bezahlen sollen.
Warten auf Zahlungen
Darüber hinaus kritisierten im Sommer Angehörige der im April ums Leben gekommen Männer, noch immer auf die von der Regierung zugesagten Zahlungen zu warten. „Wir haben von der Regierung noch keine einzige Rupie erhalten“, so Menuka Gurung, die Witwe des getöteten Ash Bahadur Gurung.
Auch die Tochter von Gurungs Kollegen Ang Kaji Sherpa, Chhechi Sherpa, sagte, die Regierung sei mit ihrer Familie wegen der Entschädigungszahlungen noch nicht in Kontakt getreten. „Dieses Land verdient so gut an den Bergtouren. Es ist entmutigend, dass sie sich einen Dreck um die Familien der Leute scheren, die diesen Verdienst erst ermöglichen“, sagte die 19-Jährige.
Langsame Bürokratie
Nach dem Unglück im April hatte die Regierung den Familien der getöteten Bergführer ursprünglich 400 Dollar (rund 300 Euro) an Entschädigung angeboten, die Summe aber nach empörten Protesten von anderen Sherpas auf 5.000 Dollar angehoben. Den Familien wurden zudem 10.000 Dollar aus der Lebensversicherung zugesagt.
Das Tourismusministerium machte die bürokratischen Prozeduren für die Verzögerungen verantwortlich. „Wir stehen zu unseren Zusagen. Der Vorgang wurde an das Finanzministerium weitergeleitet, und die Gelder werden freigegeben, sobald das Verfahren abgeschlossen ist“, sagte der Vertreter Madhusudan Burlakoti der Nachrichtenagentur AFP. Der Vorsitzende des nepalesischen Trekkingverbands, Ramesh Prasad Dhamala, kritisierte die schleppende Reaktion der Regierung. Sie müsse unverzüglich ihre Zusagen erfüllen, sagte er. Andernfalls werde sein Verband den Druck erhöhen.
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