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Einfaches und effektives System

Dänemark hat seit 13 Jahren ein verblüffend einfaches System zur Konsumenteninformation über die hygienischen Zustände in Gaststätten und Lebensmittelbetrieben. Mit Hilfe von verpflichtend anzubringenden Smiley-Symbolen kann jeder Kunde sofort erkennen, worauf er sich einlässt.

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Die Erfahrungen mit dem System sind laut dänischen Untersuchungen überwiegend positiv. Seit 1. Oktober 2001 müssen alle dänischen Supermärkte, jedes Lebensmittelgeschäft, jedes Restaurant von Feinschmecker- bis Würstelstand oder Getränkebar, darüber informieren, wie sie bei der letzten Smiley-Kontrolle abgeschnitten haben. Das gilt auch für Firmen-, Schul- und Heimkantinen. Außer den Smileys muss der gesamte Kontrollbericht „gut sichtbar“ aushängen. Zusätzlich werden alle Ergebnisse im Internet veröffentlicht.

Ein breit lachendes Gesicht bedeutet „keine Beanstandung“, ein dünneres Lächeln steht für „Ermahnung“, ein ernster Smiley für „Verfügung oder Verbot“. Ein trauriger bedeutet „Strafverfügung“. Seit 2008 gibt es als zusätzlichen Anreiz zur besonderen Bemühung um Hygiene und Lebensmittelsicherheit den „Elite-Smiley“. Diesen können die Geschäftsbetreiber für viermal hintereinander erstandene Topbewertungen erhalten.

Zweite Chance bei schlechten Ergebnissen

Um zu verhindern, dass ein Lokal mit einem rufschädigenden Negativ-Smiley gebrandmarkt bleibt, kann jeder Betreiber innerhalb einer gewissen Zeit eine vorgezogene Neukontrolle verlangen. Diese muss er aber - im Gegensatz zu den regulären Inspektionen - selbst bezahlen. Der Erfolg des Systems lässt sich in Zahlen messen, wenn auch in nicht ganz aktuellen.

Statistisch gesehen kennt laut einer Studie des Lebensmittelministeriums aus dem Jahr 2008 jeder Däne das Smiley-System. 97 Prozent der Befragten hielten es für „eine gute oder sehr gute Idee“. 59 Prozent gaben an, wegen einer schlechten Bewertung bereits auf den Besuch eines Restaurants verzichtet zu haben. Nach anfänglichen Widerständen halten auch 88 Prozent der kontrollierten Betriebe die Smileys für eine gute Sache. 86 Prozent fühlten sich von den Inspektoren fair bewertet. Anfänglich waren vor allem die Restaurantbesitzer gegen die Einführung der Smileys Sturm gelaufen.

„Elite“-Pool wird immer größer

Dass die Kontrollen die Qualität der Lebensmittel verkaufenden Betriebe tatsächlich steigert, ist ebenfalls belegt: Während 2002 noch 70 Prozent der Betriebe das fröhlichste Gesicht bekamen, waren es 2010 über 86 Prozent. Elf Prozent erhielten eine Ermahnung, 0,6 Prozent den ernsten und 1,6 Prozent den sauren Smiley. Den „Elite“-Smiley hatten 58,8 Prozent aller Betriebe.

Dieser hat außer seinem nachdrücklichen Empfehlungscharakter auch den Vorteil, dass die Inspektoren seltener als die üblichen ein- bis dreimal pro Jahr vorbeischauen müssen. Das wiederum hilft der Regierung, Kosten und Ressourcen zu sparen. In Dänemark gab es - mit Stand 2011 - rund 350 Inspekteure, die die Betriebe ohne vorherige Ankündigung kontrollieren. Jährlich finden rund 70.000 Kontrollgänge statt.

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