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Österreich als „vernetztes“ Land

Österreich zählt laut einer neuen Studie im Auftrag der deutschen Bertelsmann-Stiftung klar zu den Gewinnern der Globalisierung. In einem am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellten Vergleich von 42 Staaten nimmt die heimische Volkswirtschaft dabei den siebenten Rang ein. Auf den Arbeitsmarkt hat das in Österreich aber keine positiven Auswirkungen.

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„Die Arbeitsmärkte hoch entwickelter Länder wie Deutschlands, Italiens, Frankreichs, Österreichs oder der Vereinigten Staaten können kaum von der Beschleunigung der Globalisierung profitieren“, macht die Studie klar. Vereinfacht gesagt bringt die Globalisierung den industrialisierten Ländern Gewinne, den Schwellenländern die Arbeitsplätze. „Wir müssen erkennen, dass die Globalisierung die Schere zwischen Arm und Reich eher noch weiter öffnet“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, Aart de Geus, am Montag.

1.010 Euro Einkommensplus jährlich

Für den „Globalisierungsreport 2014“ untersuchte die Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, in welchem Umfang die Globalisierung nationale Volkswirtschaften wachsen ließ. Dabei wurden 42 Staaten einbezogen. Grundsätzlich gewännen alle untersuchten Länder, resümierten die Autoren - die Industriestaaten profitierten aber viel stärker als die großen Schwellenländer Südafrika, Brasilien, Russland, Mexiko, China und Indien. Untersucht wurde dabei der Zeitraum von 1990 bis 2011.

Die drei größten Globalisierungsgewinner sind Finnland, Dänemark und Japan. Auf Platz vier rangiert Deutschland, wo 20 Prozent des gesamten jährlichen Wirtschaftswachstums der Globalisierung geschuldet sein soll. In absoluten Zahlen bedeutet das rund 100 Milliarden Euro pro Jahr. Die deutschen Einkommen stiegen laut den Berechnungen - allein durch die Effekte der Globalisierung - pro Jahr um 1.240 Euro. Österreich liegt mit jährlichen Einkommenssteigerungen von 1.010 Euro nicht weit davon entfernt.

Finnen mit 1.500 Euro mehr, Inder mit nur 20 Euro

Noch stärker war der Einkommensgewinn je Einwohner laut der Studie in Finnland (1.500 Euro), Dänemark (1.420 Euro) und Japan (1.400 Euro). In den Schwellenländern war der Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens durch die Globalisierung dagegen vergleichsweise gering. Die Einkommen stiegen in Indien nur um 20 Euro, in China um 80 Euro. Damit die Schwellenländer wirtschaftlich aufschließen, empfehlen die Forscher, deren Integration in die Weltwirtschaft stärker zu fördern.

Die Industrieländer sollten ihre Märkte für Produkte aus weniger entwickelten Ländern öffnen, ihre Subventionen für Agrarprodukte reduzieren sowie in den Schwellenländern Bildungsmaßnahmen und den Ausbau der Infrastruktur und der Produktionsanlagen finanzieren, empfehlen die Wissenschaftler von Prognos. Stiftungsvorstand De Geus schätzt, dass die Globalisierung erst über einen längeren Zeitraum dazu beitragen werde, dass Schwellen- und Entwicklungsländer die Wohlstandslücken zu den Industrienationen verkleinern können.

Schwellenländer ohne Anschluss an Rest der Welt

Die Forscher errechneten auch, wie stark die Wirtschaft jedes Landes global vernetzt ist. Spitzenreiter des Globalisierungsindex ist Irland mit 91 von 100 Punkten. Dahinter folgen die Niederlande und Belgien mit je 89 und das Vereinigte Königreich mit 82 Punkten. Österreich landet auf dem siebenten Rang mit 78 Punkten. Deutschland liegt mit 69 Punkten im Mittelfeld auf Platz 17. Die Schwellenländer finden sich alle am Schluss der Liste: Russland kommt mit 43 Punkten auf Platz 37, dahinter folgen Mexiko, China, Brasilien, Argentinien und Indien.

Die kleinen europäischen Nationen liegen auch deshalb in dem Index vorne, weil ihre Exporte gemessen an der Gesamtproduktion einen sehr großen Anteil haben, erklärten die Forscher. Die Niederlande und Belgien hätten auch aufgrund wichtiger Häfen einen sehr starken Außenhandel. Dagegen belege China einen der hinteren Plätze - auch wegen der Handels- und Kapitalbeschränkungen. In absoluten Zahlen ist China beim Warenhandel mit über 2,4 Billionen Euro pro Jahr weltweit auf Rang zwei hinter den USA. Doch in Relation zum eigenen Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt der Wert Belgiens beim Dreifachen des chinesischen Werts.

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