Peking erhöht Druck
Im Fall des verschollenen Flugzeugs von Malaysia Airlines hat Australien die Verantwortung für die Suche auf der möglichen südlichen Flugroute der Maschine übernommen. Unter anderem sollten dazu in Absprache mit der malaysischen Regierung zusätzliche Marinekräfte eingesetzt werden, teilte Premierminister Tony Abbott am Montag mit.
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Die Verteidigungsministerien beider Staaten seien mit der Organisation der Operation beauftragt worden. Es gebe aber bisher keine Hinweise darauf, dass die verschwundene Boeing 777 in der Nähe Australiens unterwegs gewesen sei, gab Abbott an.
Die vermisste Maschine mit 239 Menschen an Bord war vor gut einer Woche auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden, ohne dass zuvor ein Notruf abgesetzt wurde. Die Behörden gehen nach Auswertung von Radar- und Satellitendaten inzwischen davon aus, dass das Flugzeug von seinem planmäßigen Kurs über das Südchinesische Meer abwich. Die malaysische Regierung beschrieb zwei mögliche Flugkorridore des verschollenen Passagierjets, die sich von Kasachstan bis zum südlichen Indischen Ozean erstrecken.
Auch NASA wertet Bilder aus
Die US-Raumfahrtbehörde NASA hilft bei der Suche. NASA-Chef Charles Bolden habe angeordnet, dass alle Möglichkeiten der Behörde, zur Suche beizutragen, geprüft werden sollten, sagte ein Sprecher der Behörde in Washington am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Daraufhin würden derzeit unter anderem Bilder ausgewertet, die von Satelliten und der Internationalen Raumstation (ISS) aufgenommen wurden. Objekte, die größer sind als 30 Meter, könnten darauf identifiziert werden. Alle relevanten Ergebnisse der Auswertungen werde die NASA weitergeben, sagte der Sprecher.
China drängt immer mehr
Unter dem Eindruck scharfer chinesischer Kritik verstärkt Malaysia die Suche. Insgesamt 26 Länder seien an der Suche mittlerweile beteiligt, sagte Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Montag in Kuala Lumpur.
In China wächst der Ärger über die schleppende Suche nach dem verschwundenen Flugzeug. Chinas Ministerpräsident Li Keqiang schaltete sich am Montag persönlich ein und machte bei seinem malaysischen Amtskollegen Najib Razak Druck. Die Ermittler müssten umfassendere Details und verlässliche Daten bereitstellen, habe Li gefordert, berichteten die Abendnachrichten des Staatssenders CCTV. Er hoffe, Malaysia werde den Fokus seiner Suchaktion so schnell wie möglich genau mitteilen.
Rundumschlag von Xinhua
Zuvor hatte die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua die malaysischen Behörden scharf kritisiert. In einem Kommentar, den die Zeitungen am Montag verbreiteten, hatte Xinhua einen Mangel an zeitgemäßen Informationen und Vergeudung der intensiven Suchbemühungen beklagt. „Angesichts der heutigen Technologie riecht der Zeitverzug entweder nach Vernachlässigung von Pflichten oder nach einem Zögern, Informationen umfassend und rechtzeitig zu teilen. Das wäre unerträglich.“
Malaysia trage ganz klar Verantwortung, aber auch andere Beteiligte wie der Flugzeugbauer Boeing, der Triebwerkhersteller Rolls-Royce und die „Geheimdienst-Supermacht USA“ hätten „bessere Arbeit leisten sollen“. Dass neue Erkenntnisse nur mit „schmerzhafter“ Verspätung veröffentlicht worden seien, habe Gerüchte aufkommen lassen, was die Nerven der wartenden Familien wiederholt strapazierte, beklagte die Staatsagentur. Unter den 239 Insassen an Bord der Maschine waren mehr als 150 Chinesen.
Malaysia weist Kritik zurück
Verkehrsminister Hussein wehrte sich später in Kuala Lumpur gegen Kritik. „Auch Malaysia vermisst Söhne und Töchter, 50 Malaysier waren an Bord“, sagte er vor der Presse. „Aber es wäre unverantwortlich, Informationen herauszugeben, die nicht verifiziert sind.“
„Die Suche in diesen Korridoren hat bereits begonnen“, sagte der Minister. Ein weiterer Fachmann aus China sei zum Ermittlerteam gestoßen. Drei Experten aus Frankreich, die den Absturz einer Air-France-Maschine über dem Atlantik 2009 untersucht hatten, seien in dem Team ebenso dabei.
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