Westen kündigt Finanzhilfe an
Auch wenn der russische Präsident Wladimir Putin die Option eines Militäreinsatzes auf der ukrainischen Halbinsel Krim aufrecht hält, hat seine Pressekonferenz am Dienstag doch für Entspannung auf den Märkten gesorgt. Die Aussage, dass es derzeit keinen Grund für einen Militäreinsatz gebe, gab den Aktienmärkten Aufwind.
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Zu Wochenbeginn hatten die Anleger schockiert auf die Entwicklungen auf der Krim reagiert und Milliarden aus russischen Aktien abgezogen. Der Rubel war auf ein Rekordtief gefallen. Die Verluste in Europa und Asien vom Montag wurden am Dienstag zum Großteil wieder wettgemacht. Diese Reaktionen sprechen dafür, dass die Äußerungen Putins als Zeichen einer tendenziellen Deeskalation gedeutet werden, betonen Beobachter. Allerdings blieben Anleger abwartend. Entwarnung will noch niemand geben.
Weizenpreis stark gestiegen
Besonders belastet bleiben vor allem Unternehmen, die stark vom Ölpreis abhängig sind, etwa Fluggesellschaften. Mit dem Ausbruch der Krim-Krise gehen allerdings auch die Weltmarktpreise für Weizen und Mais stark nach oben. Zu Wochenbeginn wurde der stärkste Preissprung bei Weizen seit 2012 ausgelöst. Die Sorge vor verzögerten Getreidelieferungen geben Experten als Ursache an. Die Ukraine zählt zu den weltweit größten Exporteuren im Getreidehandel.
Moskau hat zudem angekündigt, vorerst keine ausländischen Währungen mehr zu kaufen. Begründet wurde dieser Schritt mit der „aktuell hohen Volatilität auf den Finanzmärkten“. Putin zeigte sich von den Entwicklungen auf den Finanzmärkten unbeeindruckt. Das sei eine „taktische, vorübergehende“ Entscheidung von Investoren.
Doch die russische Wirtschaft ist stark abhängig von Investitionen aus dem Westen. Der Russland-Experte von Hermes Funds Managers, Gary Greenberg, ging in einem Reuters-Interview davon aus, dass 70 Prozent der gehandelten russischen Aktien in ausländischer Hand sind. Ökonomen rechnen damit, dass die Krim-Krise die russische Wirtschaft in die Rezession bringen kann.
EU kündigt Hilfspaket an
Die Ukraine steht nicht zuletzt aufgrund der Krise kurz vor dem finanziellen Zusammenbruch. Der Westen kündigte Unterstützung an. Die EU will am Mittwoch über ein Hilfspaket beraten und es voraussichtlich auch beschließen. Eine Höhe wurde bisher nicht genannt. Die EU hatte der Ukraine bereits 2013 rund 600 Millionen Euro angeboten, verbunden mit strengen Bedingungen wie etwa einem Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds (IWF). Das EU-Angebot könnte laut Medienberichten auf bis zu eine Milliarde erhöht werden, um einen Staatsbankrott der Ukraine abzuwenden.

APA/EPA/RIA Novosti/Alexander Astafyev
Ministerpräsident Medwedew (li.) trifft Gasprom-Chef Alexej Miller
Vor allem müsse die Ukraine aber bei Energielieferungen unterstützt werden. Das Land ist völlig abhängig von Energie aus Russland. Am Dienstag kündigte Gasprom-Chef Alexej Miller an, den bisherigen Rabatt von 30 Prozent ab April zu streichen. Kiew habe sich nicht an die Vereinbarungen gehalten, die mit dem Preisnachlass verknüpft gewesen seien. Moskau hatte der Ukraine den Preisnachlass im vergangenen Dezember eingeräumt, nachdem der inzwischen abgesetzte Präsident Viktor Janukowitsch überraschend verkündet hatte, ein über Jahre mit der EU ausgehandeltes Assoziierungsabkommen nicht zu unterzeichnen.
Eine Milliarde Dollar aus den USA
Die Entscheidung von Gasprom sei absolut rechtmäßig, so der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew. Zugleich will er sich aber auch nach Kreditmöglichkeiten für die Ukraine in der Höhe von zwei bis drei Milliarden Dollar (1,5 bis 2,2 Mrd. Euro) umsehen, um die Schulden für das gelieferte Gas aus Russland tilgen zu können. Die Gesamtschulden der Ukraine für das gelieferte Gas betragen laut Miller 1,529 Mrd. Dollar. Auch Putin sprach von fast zwei Mrd. Dollar Schulden. Die USA wollen der Ukraine nun eine Milliarde Dollar für die Energieversorgung zur Verfügung stellen. Zudem wollen sie die Zentralbank und das Finanzministerium mit technischer Expertise unterstützen. Auch die EU-Kommission kündigte an, der Ukraine bei der Bezahlung von Gasrechnungen unter die Arme greifen zu wollen.
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