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Moskau friert Unterstützung ein

Die USA, die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben der Ukraine am Sonntag Hilfe zum Wiederaufbau der am Boden liegenden Wirtschaft in Aussicht gestellt. Kurz zuvor hatte Russland die für die Ukraine geplanten Hilfen vorerst ausgesetzt.

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Zusammen mit anderen Staaten, darunter auch Russland, stünden die USA zur Unterstützung bereit, „um die wirtschaftliche Stabilität wiederherzustellen“, sagte ein US-Regierungsbeamter in Sydney. Zuvor hatten dort US-Finanzminister Jacob Lew und sein russischer Kollege Anton Siluanow am Rande des G-20-Finanzministertreffens über die Folgen des Umbruchs in Kiew beraten.

Nach den monatelangen Massenprotesten, die am Samstag in der Absetzung von Präsident Viktor Janukowitsch durch das Parlament gipfelten, ist die Ukraine in akuter Finanznot. Russland hatte Kiew zwar Notkredite von 15 Milliarden Dollar (10,94 Mrd. Euro) zugesagt. Doch nach einer ersten Auszahlung legte Moskau die weiteren Tranchen angesichts der dramatischen Entwicklungen in der Ukraine auf Eis.

EU knüpft Hilfe an Bedingungen

Die EU stehe für eine substanzielle finanzielle Unterstützung bereit, sobald es eine politische Lösung des Konflikts und eine neue Regierung gebe, sagte Wirtschaftskommissar Olli Rehn am Sonntag am Rande des G-20-Finanzministertreffens. Die neue Regierung müsse aber institutionelle und wirtschaftliche Reformen ernsthaft angehen. Zudem müsse die EU der Ukraine eine klare europäische Perspektive bieten.

Auch der IWF stehe bereit, um die Ukraine nach den Umwälzungen des Wochenendes zu unterstützen, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Sonntag in Sydney. „Wenn die ukrainischen Behörden sich an den IWF wenden, sei es mit der Bitte um Beratung, sei es wegen Diskussionen über finanzielle Hilfen, gekoppelt an Wirtschaftsreformen, stehen wir selbstverständlich bereit“, sagte Lagarde. Der IWF müsse natürlich legitime Gesprächspartner haben. „Wir hoffen, dass sich die Situation schnell beruhigt“, fügte sie hinzu.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hatte am Freitag vorausgesagt, das Land werde in die Pleite stürzen, sollte Russland seine Hilfe stoppen. Kiew muss in diesem Jahr noch 13 Milliarden Dollar an seine Gläubiger zurückzahlen.

Heimische Banken mit Ukraine-Anleihen

Österreichische Banken sind laut Medieninformationen mit einer Dreiviertelmilliarde in ukrainischen Staatsbonds engagiert. Wegen des Machtkampfs schießen die Kosten für Credit Default Swaps, mit denen sich Inhaber von ukrainischen Anleihen vor einem Staatsbankrott absichern, in die Höhe. Laut „Presse“ hält die Bank Austria ukrainische Staatsanleihen im Volumen von 220 Millionen Euro. Bei der Raiffeisen Bank International (RBI) sind es 534 Millionen.

Verkaufsüberlegungen für Töchter auf Eis

Die Lage in der Ukraine zwingt nun in Österreich Raiffeisen und Bank Austria, ihre Verkaufsüberlegungen für die Ukraine-Banken auf Eis zu legen. Das verlautete am Freitag aus informierten Branchenkreisen in Wien zur APA. Banken in der Ukraine seien derzeit jedenfalls unverkäuflich. Die börsennotierte RBI hatte ihre Verkaufsgespräche für die ukrainische Tochter Aval gerade erst begonnen, als erste Unruhen aufflammten. Ende des Jahres 2013 zählte Raiffeisen in der Ukraine rund 13.500 Mitarbeiter. Sie betreut dort etwa drei Millionen Kunden. Die Bank wurde bereits einem Sparprogramm unterzogen.

Bei der UniCredit-Tochter Bank Austria ist es kein Geheimnis, dass sie ihre ukrainische Ukrsotsbank bei Gelegenheit liebend gern abstoßen würde, ein Startschuss für Verkaufsgespräche ist bisher aber nicht erfolgt. Mit einem blauen Auge davongekommen ist die Erste Group: Sie hat ihre verlustreiche kleine Ukraine-Tochter vor einem Jahr verkauft.

Fünftgrößter Investor in der Ukraine

Österreich unterhielt in den vergangenen Jahren enge wirtschaftliche Beziehungen mit der Ukraine und ist mit einem Volumen von 2,3 Milliarden Euro der fünftgrößte Investor dort. Nach Zahlen der Wirtschaftskammer sind mehr als 150 Unternehmen aus Österreich oder von Österreich aus in der Ukraine tätig, darunter etwa auch Produktionsbetriebe des Skiherstellers Fischer - mehr dazu in oe1.ORF.at.

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