Leichen lagen in Latrinen
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind bei einem Massaker in einem Dorf Dutzende Zivilisten getötet worden. Bis in der Früh seien mehr als 40 Leichen aus den Latrinen des Dorfes Kamango geborgen worden, sagte der Präsident des Zusammenschlusses der Zivilgesellschaft des Gebiets von Beni, Teddy Kataliko, am Donnerstag.
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Mitarbeiter der Polizei und des Roten Kreuzes suchten nach weiteren Opfern. Rund ein Dutzend Dorfbewohner seien bei dem Angriff schwer verletzt worden. Die Dachorganisation Zusammenschluss der Zivilgesellschaft machte die ugandische Rebellengruppe Alliierte Demokratische Kräfte - Nationale Armee für die Befreiung Ugandas (ADF-NALU) für den Angriff verantwortlich. Die islamistische Gruppierung steht seit 2001 auf der US-Terrorliste.
„Mit großer Brutalität“
Bewaffnete Männer waren am Mittwoch in das Dorf eingedrungen, das von der Armee kaum bewacht wird. Nachdem am Nachmittag südafrikanische Helikopter der UNO-Interventionsbrigade die Stellungen der Angreifer beschossen hatten, nahm die Armee das Dorf wieder ein.
Bereits am 13. und 14. Dezember hatte die UNO-Mission erklärt, dass bei Massakern in zwei Dörfern der Region Beni mindestens 21 Menschen „mit großer Brutalität“ getötet worden seien. Das jüngste Opfer war damals laut UNO nur wenige Monate alt. Drei minderjährige Mädchen seien vergewaltigt und danach enthauptet worden, hieß es in der Erklärung weiter. Ein totes Kind sei verstümmelt in einem Baum gefunden worden. Der Zusammenschluss der Zivilgesellschaft machte auch damals die ADF-NALU verantwortlich.
UNO-Truppen wollen Einsatz ausweiten
Die Gruppe hatte sich im Juli bei Kamango heftige Gefechte mit der Armee geliefert, weshalb Zehntausende Menschen über die Grenze nach Uganda flohen. Die Armee hatte kürzlich mit Hilfe der UNO-Friedenstruppe die Rebellengruppe M23, die seit 1994 in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu aktiv waren, besiegt, doch bleiben noch zahlreiche weitere Guerillabewegungen in der Region aktiv.
Daraufhin erklärte die Regierung in Kinshasa, sich als nächstes die ruandischen Rebellen in der Region vornehmen zu wollen. Anfang Dezember hatte auch der Leiter der UNO-Friedenseinsätze, Herve Ladsous, erklärt, die UNO-Truppen würden nach der M23 auch weitere Rebellengruppen ins Visier nehmen. Das an Bodenschätzen reiche Länderdreieck mit Uganda und Ruanda ist seit gut 20 Jahren Hauptschauplatz der nicht enden wollenden Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo.
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