Digitaler Ausweis „fälschungssicherer“
In Niederösterreich soll jeder Jugendliche mit einer eigenen Jugend-App auf dem Handy sein Alter nachweisen können. Das Modell könnte nach einer Testphase auf weitere Bundesländer ausgedehnt werden.
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Neben diversen Vergünstigungen können Jugendliche mit dem App-Ausweis nachweisen, ob sie bereits Alkohol trinken dürfen oder nicht. Der digitale Ausweis gilt im Rahmen der Pilotphase derzeit nur in Niederösterreich, eine Ausweitung auf andere Bundesländer sowie weitere Funktionen wie die Schülerfreifahrt am Handy sind allerdings angedacht.
Ausweis nicht verpflichtend
Die App sei schlicht eine digitale Version des bereits bestehenden Altersnachweises für das niederösterreichische Jugendschutzgesetz in Kartenform, so das Büro von Niederösterreichs Jugendlandesrat Wilfing. Wilfing stellte die App gemeinsam mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Mittwoch vor. Mikl-Leitner als Wilfings Vorgängerin führte die Karte vor zehn Jahren ein und ließ es sich offenbar nicht nehmen, die digitale Version selber zu präsentieren.
Laut Mikl-Leitner ist der erste digitale Jugendausweis Österreichs „fälschungssicherer“ als seine analoge Version. Einerseits würden Jugendliche ihr Handy nur selten verleihen, zudem könne der Ausweis pro Handy nur einmal heruntergeladen werden, argumentierte sie bei der Vorstellung. Derzeit ist der Altersausweis in Niederösterreich weder in der digitalen noch in der analogen Version verpflichtend. Laut Angaben nutzen 60.000 Jugendliche den Altersnachweis mittels Karte.
Zugangscode muss beantragt werden
Der digitale Ausweis ist Teil einer App, die für Geräte mit Apples iOS und Googles Android verfügbar ist. Der Zugangscode muss mit Vorlage eines Staatsbürgerschaftsnachweises, Meldezettels, Reisepasses oder Personalausweises sowie einer Bestätigung durch Schule oder Gemeinde beantragt werden. Der Ausweis wird laut Entwicklern auf dem Gerät selbst verschlüsselt und ist mit einem vierstelligen Code, der bei jeder Verwendung eingegeben werden muss, geschützt.
Zoomen für die Sicherheit
Die Polizei soll den Ausweis über bestimmte Merkmale verifizieren können, dazu zählen ein zoombares Bild sowie zoombare Felder für Namen und Geburtsdatum.
Sobald der Ausweis auf dem Handy mit dem Zugangscode freigeschaltet wird, werden die Benutzerdaten samt einer zufällig erstellten Identifikationsnummer an einen Server übertragen und dort gespeichert. So der Ausweis abgelaufen ist oder neu ausgestellt wurde, weil etwa das Handy gestohlen oder verloren wurde, wird ein neuer Zugangscode vergeben. Der bisherige Ausweis wird dann deaktiviert.
Ausweis wird bei jedem Aufruf verifiziert
Bei jedem Aufruf wird die Gültigkeit des Ausweises verifiziert, binnen 30 Tagen muss sich die App zumindest einmal mit dem Server verbinden, sonst wird der Ausweis gelöscht. Der Ausweis ist damit grundsätzlich auch offline, also ohne aktive Datenverbindung nutzbar. Die Gültigkeitsabfragen werden laut Angaben aus Datenschutzgründen nicht gespeichert. Laut Angaben von Projektleiter Martin Trümmel steht der dazugehörige Server in Deutschland.
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